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Koloskopie

Der Darm muss sauber sein

Ob Darmkrebs oder seine Vorstufen entdeckt werden, hängt auch maßgeblich davon ab, wie gut der Darm für die Darmspiegelung vorbereitet wird. Ist er nicht vollständig entleert, kann der Gastroenterologe die Darmwand schlecht beurteilen. Die besten Ergebnisse erzielt man, wenn die Darmreinigung mit einer Polyethylenglykol-Lösung auf zwei Tage aufgeteilt wird.
Elke Wolf
10.08.2015
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Darmkrebs ist die einzige Krebsart, die sich durch Vorsorge annähernd verhindern lässt. Bei regelmäßiger Koloskopie können fast alle Polypen gefunden und abgetragen werden. Dennoch rangieren kolorektale Karzinome in der Krebsstatistik weit vorne. Darmkrebs ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen die zweithäufigste Krebsart und betrifft insgesamt rund 14 Prozent der Tumor­patienten. Gleichzeitig ist Darmkrebs hinter Lungen- und Brustkrebs die dritthäufigste krebsbedingte Todes­ursache. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts gab es im vergangenen Jahr fast 64 000 Neuerkrankungen in Deutschland. Rund 27 000 Menschen versterben jährlich an Darmkrebs.

Untersuchungen zeigen, dass mehr als die Hälfte der Betroffenen erst nach dem 70. Geburtstag daran erkranken. Nur 10 Prozent trifft es vor dem 55. Lebensjahr – jenem Jahr also, ab dem jeder gesetzlich Versicherte zur Früherkennung auf Krankenkassenkosten eine Koloskopie machen lassen kann. Diese kann alle zehn Jahre wiederholt werden. Alternativ ist alle zwei Jahre ein Okkultbluttest möglich. Menschen mit familiär erhöhtem Darmkrebsrisiko – etwa ein Drittel der Betroffenen – zahlt die Krankenkasse die Darmspiegelung altersunabhängig (siehe Kasten).

 

Sofort entfernt

Die Koloskopie ist unangefochtener Goldstandard bei der Früherkennung, ihr Nutzen ist erheblich. Denn zwei Drittel der entdeckten Karzinome sind dann noch in den Stadien I und II, wo die Heilungschancen 90 Prozent betragen. Dagegen befinden sich bei Koloskopien, die aufgrund von Beschwerden der Patienten vorgenommen werden, nur 40 bis 50 Prozent der Tumoren in der Frühphase. Dickdarmgeschwulste wachsen recht langsam. 10 bis 15 Jahre dauert es, bis sich aus Zellwucherungen in der Darmschleimhaut über zunächst gutartige Polypen dysplastische Varianten oder Adenome entwickeln. Schon die gutartigen Vertreter sondern zum einen meist okkultes Blut in den Darm ab. Zum anderen sind diese Vorstufen bei einer Darmspiegelung gut sichtbar und können sofort ohne Schmerzen entfernt werden. Der große Vorteil der Koloskopie ist also, dass Krebs und seine Vorstufen nicht nur diagnostiziert, sondern unmittelbar behandelt werden können, weil Mediziner bei der Untersuchung auch Instrumente wie Zangen und Drahtschlingen über das Endoskop einführen und auffälliges Gewebe entfernen können.