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Wespenplage

Experten warnen vor allergischen Reaktionen

10.08.2015
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Von Verena Arzbach / In diesem Jahr gibt es besonders viele Wespen. Denn das Klima des vergangenen Jahres bietet den Insekten optimale Voraussetzungen: Im milden Winter haben viele Königinnen überlebt, im trockenen Sommer können sie sich stark vermehren. Sonne und Wärme fördern den aktiven Flug der Wespen und die Entwicklung der Larven in den Nestern.

Entsprechend häufig komme es nun auch zu Stichen, teilweise mit schwerwiegenden Folgen. Darauf weist das Universitätsklinikum Frankfurt am Main in einer Pressemitteilung hin. Dort würden jedes Jahr rund 150 Patienten mit heftigen Reaktionen nach Insektenstichen in die Notfallambulanz gebracht. 

»Ob ein Stich für Menschen wirklich gefährlich ist, hängt von der Art der körperlichen Reaktion ab. Es ist sehr wichtig, örtliche Reaktionen – auch wenn sie stärker sind als normal – von einer systemischen Reaktion zu unterscheiden«, erläutert Dr. Eva Valesky, Oberärztin der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Örtliche Reaktionen ließen sich in der Regel ohne ärztliche Hilfe behandeln. Komme es aber zu einer anaphylaktischen Reaktion, muss sofort ein Notarzt eingeschaltet werden. In einigen Fällen besteht Lebensgefahr.

Etwa 1,2 bis 3,5 Prozent der Bevölkerung sind von einer Allergie gegen Insektenstiche betroffen, die zu systemischen Reaktionen führen kann. Gesteigerte örtliche Reaktionen wie Schwellungen und Rötungen treten sogar bei mehr als einem Viertel auf. Diese lassen sich in der Regel gut behandeln, meist reichen feuchte Umschläge aus. Eventuell können dabei auch eine niedrig dosierte Cortison-haltige Creme oder Thermostifte eingesetzt werden.

Im Fall einer anaphylaktischen Reaktion muss so schnell wie möglich ein Rettungsdienst gerufen werden. »Bis zum Eintreffen des Notarztes sind Erste-Hilfe-Maßnahmen durchzuführen, im Ex­tremfall bis hin zur Wiederbelebung. Besitzt der Patient ein Notfallset für Allergien, muss dies eingesetzt werden«, betont Dr. Gösta Lotz, Oberarzt der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie am Uniklinikum Frankfurt. /

Quelle: Universitätsklinikum Frankfurt am Main