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Fortbildung

Lebenslang lernen

15.08.2016  10:28 Uhr

Von Andreas Nagel / Fach- und Beratungskompetenz ist für jede Apotheke ein wichtiger Erfolgsfaktor. Es ist allerdings eine Herausforderung, das erforderliche Fachwissen ständig auf dem aktuellen Stand zu halten. Jede PTA sollte daher eine individuelle Strategie für die persönliche Fortbildung entwickeln.

In fast allen Branchen reicht heute die Ausbildung allein nicht mehr aus, um jahrelang erfolgreich in einem Beruf zu arbeiten. In einer Zeit ständigen Wandels ist die Bereitschaft, sich immer wieder neues Wissen anzueignen, enorm wichtig. Die Aktualisierung und Weiterentwicklung des eigenen Wissens steigert aber auch die Freude an der eigenen beruflichen Tätigkeit, weil man sich fachlich sicher fühlt und positive Rückmeldungen von Chefs, Kollegen und Kunden für gute Leistungen erhält. Eine gezielte Fortbildung kann außerdem die Übernahme neuer oder zusätzlicher Tätigkeiten ermöglichen und damit eventuell auch ein höheres Gehalt rechtfertigen.

Bedarf definieren

Um Fortbildungsaktivitäten gezielt zu planen, definieren Sie zunächst ihren persönlichen Fortbildungsbedarf. Fragen Sie sich dazu: »Welches Wissen ist heute und in Zukunft für mein berufliches Tätigkeitsfeld erforderlich?« Klassische Fortbildungen für Apothekenmitarbeiter beschäftigen sich meist mit pharmazeutischem Fachwissen, speziellen Produktkenntnissen oder gesetzlichen Vorschriften. Fortbildungsangebote gibt es aber auch im nicht-fachlichen Bereich, zum Beispiel zum Umgang mit schwierigen Kunden oder für das Realisieren von Zusatzverkäufen.

Suchen Sie anschließend geeignete Informationsquellen. Zunächst sind Fachzeitschriften (wie diese hier) eine wichtige Informationsquelle für jedes Apothekenteam. Legen Sie am besten gemeinsam im Team fest, wie eine regelmäßige und zeitnahe Auswertung der Fachzeitschriften sichergestellt werden kann. Hier gibt es verschiedene Vorgehensweisen. Variante 1: Die Apothekenleitung sichtet die Fachzeitschriften und gibt wichtige Artikel an die Mitarbeiter weiter. Variante 2: Die Fachzeitschriften werden zentral ausgelegt, zum Beispiel im Pausenraum. Die Kenntnisnahme wird von den Mitarbeitern durch Namenszeichen und Datum auf dem Titelblatt der Zeitschrift dokumentiert. Variante 3: Die Auswertung der Fachliteratur wird nach Tätigkeitsschwerpunkten oder nach Fachzeitschriften auf die Mitarbeiter verteilt. Auf jeder Mitarbeiterbesprechung berichtet der zuständige Kollege jeweils kurz über wichtige Informationen aus seiner Zeitschrift.

Achten Sie bei der Lektüre von Fachzeitschriften auch auf die Ankündigung neuer Fachbücher und schlagen Sie der Apothekenleitung gegebenenfalls geeignete Titel vor, die für die Apotheke angeschafft werden sollten. Alle Fachbücher können in der Apotheke an einem zentralen Ort zu einer kleinen Bibliothek zusammengefasst werden.

Zentraler Seminarplan

Ankündigungen für Fortbildungsseminare (Präsenzseminare und Onlineseminare) sollten zentral im Pausenraum oder im Back Office ausgelegt werden. Alle Mitarbeiter können dort ihre Wunschseminare in eine Liste eintragen. Die Anmeldung kann dann durch die Apothekenleitung erfolgen.

Der Plan mit den gebuchten Seminaren aller Mitarbeiter wird ebenfalls an einem zentralen Ort ausgelegt, damit alle Mitarbeiter sehen können, wer welche Fortbildung besucht. Bei Bedarf kann der Teilnehmer vor dem Seminarbesuch auch aktuelle Fragen der Kollegen zum Vortragsthema sammeln und im Seminar klären.

Auch das sogenannte E-Learning, entweder mit einer Lernsoftware am PC oder online auf Internet-Portalen, ist eine effektive Fortbildungsmöglichkeit. Der Vorteil: Sie können sich die Lernzeit selbst einteilen und es fallen weder Fahrtkosten noch Fahrtzeiten an. Inhouse-Schulungen für das ganze Apothekenteam werden meist von Herstellern zur Vermittlung von Produktwissen über ihre Arzneimittel angeboten. Ein Tipp: Erstellen Sie nach der Schulung eine kurze Zusammenfassung für Kollegen, die nicht an der Veranstaltung teilnehmen konnten.

Am schwarzen Brett

Aktuelle Informationen der Berufsorganisationen gelangen oft per Newsletter oder Fax in die Apotheke. Wichtige Informationen sollten an einem zentralen Ort ausgelegt beziehungsweise am schwarzen Brett ausgehangen werden. Die Kenntnisnahme sollte dann von jedem Mitarbeiter durch ein Namenszeichen auf dem Fax dokumentiert werden. Zur schnellen Klärung aktueller Fragen können Online-Datenbanken oder telefonische Auskunftsstellen der Kammern und Verbände herangezogen werden. Alle Mitarbeiter sollten die verfügbaren Recherche- und Auskunftsmöglichkeiten kennen und nutzen können.

Meistens lässt sich das neue Wissen im Apothekenalltag schnell praktisch umsetzen. Bei komplexen Vorgängen kann es im Einzelfall jedoch sinnvoll sein, Checklisten oder Formulare als Arbeitshilfen zu erstellen, die dann von allen Mitarbeitern einheitlich genutzt werden. So wird vermieden, dass Kollegen wichtige neue Informationen oder Arbeitsschritte vergessen. Außerdem kann so die einheitliche Arbeitsweise aller Mitarbeiter sichergestellt werden.

Individueller Plan

Wenn es Ihnen schwerfällt, regelmäßig Zeit für die persönliche Fortbildung zu finden, sollten Sie für sich selbst einen konkreten Fortbildungsplan erstellen. Planen Sie feste Termine für den Besuch von Seminaren und für das Lesen von Fachliteratur ein. Sie könnten zum Beispiel beschließen, pro Jahr mindestens vier Seminare der Apothekerkammer oder des Apothekerverbands zu besuchen und jeden Freitag eine Stunde für das Lesen von Fachzeitschriften zu verwenden. Wenn Sie feste Termine für die Fortbildung einplanen, besteht nicht die Gefahr, dass Fortbildungsmaßnahmen aus zeitlichen Gründen nicht wahrgenommen werden oder im Berufsalltag wieder in Vergessenheit geraten.

Wissen weitergeben

Klären Sie in einem Teamgespräch, wie neue Informationen innerhalb des Teams oder zwischen den Filialen weitergegeben werden sollen, zum Beispiel bei Mitarbeiterbesprechungen, in Mitarbeiter-Rundschreiben, per Aushang am schwarzen Brett, durch E-Mails oder im eigenen Intranet. Mitarbeiterbesprechungen eignen sich besonders zur Weitergabe von neuem Fachwissen aus kürzlich besuchten Seminaren. Wenn der Seminarteilnehmer die wichtigsten Seminarinhalte in einem kurzen Vortrag für alle Kollegen zusammenfasst, wird mit wenig Zeitaufwand ein hoher Wissenstransfer erreicht. Alternativ können die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Seminar auch schriftlich fixiert und an die Kollegen verteilt werden.

Checkliste: Fachliche Fortbildung

Fortbildungsbedarf definieren; Informationsquellen:

  • Fachzeitschriften
  • Seminare/Online-Seminare
  • Fachbücher
  • Inhouse-Schulungen
  • E-Learning
  • Newsletter

Persönlichen Fortbildungsplan erstellen

Weitergabe von neuem Wissen sicherstellen

Wissensarchiv anlegen

In einem zentralen Facharchiv können Informationen nach einem übersichtlichen Ablageplan nach Themengebieten gesammelt und für alle Mitarbeiter zugänglich gemacht werden. Typische Bestandteile des Facharchivs können neben Fachzeitschriften, Fachbüchern und Seminarbroschüren auch Produktinformationen, Firmenordner mit Produktübersichten des betreffenden Herstellers, Patienten-Informationsblätter zu bestimmten Erkrankungen und wichtige Internetadressen sein. /