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Medikamentenwissen? Mangelhaft!

15.08.2016
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Von Elke Wolf / Nach einem Krankenhausaufenthalt kennen die wenigsten Patienten die neu verordneten Arzneimittel, die sie zukünftig einnehmen sollen. Dies offenbart eine Studie zur Entlassmedikation, die in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift erschienen ist.

Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) rät in einer Pressemitteilung zu einem verbindlichen Austausch zwischen Arzt und Patienten und einem Arztbrief inklusive Medikationsplan, der auch den weiterbehandelnden Hausarzt umfassend über die Therapie informiert.

Im Rahmen der Studie wurden 179 Patienten vor ihrer Entlassung aus einem Akut- oder geriatrischen Krankenhaus hinsichtlich ihrer Medikation befragt. Den meisten Patienten, 81 Prozent, wurde während des stationären Aufenthaltes ein neues Medikament zur ambulanten Weiterbehandlung verordnet. Doch nur 11 Prozent konnten dieses zutreffend benennen. »Ähnliches erleben wir bei der Aufnahme von Patienten in die Klinik: Nur 20 Prozent der Patienten mit acht und mehr Arzneimitteln – also die Patienten mit besonderem Risiko – können vollständige Angaben zu ihrer Medi­kation machen«, sagt die DGIM-­Vorsitzende Professor Dr. Petra-Maria Schumm-Draeger.

Die Internistin empfiehlt eine ergänzende Aufklärung der Patienten durch aktuelle Medikationspläne. Nur so könnten Wissensdefizite aufgefangen und damit das Risiko für unerwünschte Arzneimittelwirkungen minimiert werden. Das E-Health-Gesetz sehe zwar den Anspruch des Patienten auf einen Medikationsplan durch den Hausarzt vor, nicht aber durch das Krankenhaus, obwohl dies inhaltlich genauso erforderlich sei – wie die aktuelle Arbeit zeige. Die Fachgesellschaft befürchtet zudem, dass im Zuge einer zunehmenden Ökonomisierung der Medizin die persönliche Hinwendung zum Patienten auf der Strecke bleibt. Dass auch die Beratung durch die Apotheke am Ort Defizite in der Arzneimitteltherapiesicherheit beheben könnte, spielt in den Überlegungen der DGIM allerdings keine Rolle. /