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Warnung vor dem Knollenblätterpilz

15.08.2016
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Von Verena Arzbach / Die Deutsche Leberstiftung warnt mit Blick auf die anstehende Pilzsaison vor dem Verzehr von giftigen Knollenblätterpilzen, die mit essbaren Pilzen verwechselt werden können. Eine Vergiftung kann tödlich enden und muss schnell behandelt werden.

Der Knollenblätterpilz wächst von August bis Oktober in Laub- und Mischwäldern. Er sei deshalb so gefährlich, weil in den ersten Stunden nach dem Verzehr keine Beschwerden auftreten, heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. Wenn α-Ama­nitin, das Gift des Pilzes, seine Wirkung zeigt, hat es sich bereits im ganzen Körper verteilt.

Etwa 6 bis 20 Stunden nach dem Verzehr treten Übelkeit, Erbrechen, krampfartige Bauchschmerzen und Durchfall auf. Schnell kann sich ein Leber- und Nierenversagen entwickeln.

»Im letzten Jahr gab es zahlreiche Vergiftungen. Vor allem waren davon Flüchtlinge betroffen, die den Knollenblätterpilz mit einem heimischen essbaren Pilz verwechselt hatten. In einigen Fällen konnten wir das Leben der Patienten leider nicht retten«, sagt Professor Dr. Hartmut Schmidt, Direktor der Klinik für Transplantations­medizin des Universitätsklinikums Münster.

Wird die Pilzvergiftung früh dia­gnostiziert und schnell behandelt, gibt es gute Heilungschancen. Zur Therapie gehören die intravenöse Gabe von Flüssigkeit und Silibinin, das die Aufnahme des Giftes in die Leberzellen hemmt. Der frühe Einsatz eines speziellen Dialyse-Verfahrens (Albumin-Dialyse) kann den Verlauf eines Leberversagens verlangsamen.

Tritt das akute Leberversagen jedoch sehr schnell auf, ist eine Lebertransplantation notwendig. »Deshalb sollte jede Person, die nach dem Verzehr wilder Pilze Symptome einer ­Vergiftung zeigt, umgehend einen Notarzt rufen, sich in einem Krankenhaus melden und gegebenenfalls frühzeitig in ein Transplantationszentrum verlegt werden«, fordert Schmidt. Um ­die Diagnose zu erleichtern, ­sollten Pilzreste und das Erbrochene aufgehoben und an den Arzt weitergegeben werden. /