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Arzneipflanzenporträt

Buchweizen

Der Buchweizen, Fagopyrum esculentum, gehört zur Familie der Knöterichgewächse (Polygonaceae).
Annette Immel-Sehr
14.08.2018
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Merkmale

  • einjähriges bis zu 60 cm hohes Kraut
  • wechselständige, herzpfeilförmige Blätter
  • Nebenblätter am Stängel zu einer Ochrea (Tüte) verwachsen
  • Stängel häufig rot gefärbt mit zahlreichen Knoten
  • zahlreiche weiße bis rosafarbene, kleine Blüten, ährenartig zusammenstehend
  • Blütezeit Juli bis Oktober
  • 4 bis 6 mm lange, scharf dreieckige, rotbraune Früchte, an Bucheckern erinnernd

Heimat

  • Zentralasien
  • Droge stammt vorwiegend aus Ungarn und Afrika

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • zur Blütezeit gesammeltes, getrocknetes Kraut (Fagopyri herba)

Inhaltsstoffe

  • Rutosid und andere Flavonoide
  • Chlorogensäure und Phenolcarbonsäuren
  • Fagopyrin (nur in frischen Blüten)

Medizinische Anwendung

  • Unterstützend bei chronisch venöser Insuffizienz (CVI) Stadium I und II sowie Mikro­zirkulationsstörungen und zur Arterioskleroseprophylaxe

Empfohlene Dosierung

  • Teeaufguss: dreimal täglich eine Tasse Buchweizentee über mehrere Wochen trinken

Nebenwirkungen

  • sehr selten Kopfschmerzen

Wechselwirkungen

  • keine bekannt

Zubereitung

  • 2 g Buchweizenkraut mit 150 ml siedendem Wasser übergießen und nach 10 Minuten abseihen; besser ist ein 2- bis 3-minütiges Auf­kochen

Abgabehinweise

  • Für die Anwendung bei Schwangeren und Stillenden liegen keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vor.

Präparate

  • Beispiele Monopräparate: Fagorutin Venen-Aktiv Buchweizen Tee, Hafesan Buchweizenkraut Kapseln
  • Beispiel Kombipräparate: Buchweizen Rutin Kapseln Espara

Vom Arme-Leute-Essen zum Öko-Liebling

  • Einige Jahrhunderte lang gehörte Buchweizen in Deutschland zu den Grundnahrungsmitteln. Die Früchte wurden vor allem zu Grütze, Grieß und Brei verarbeitet. Seine größte Bedeutung als Nahrungslieferant erreichte Buch­­weizen im 17. und 18.  Jahrhundert. Der Verzehr ging dann mit zunehmendem Kartoffel-Anbau deutlich zurück.
  • Inzwischen erlebt Buchweizen eine Renaissance in der Biokost: Buchweizenmehl ist beliebt für die Herstellung von Pfannkuchen, Waffeln und anderen Backwaren. Aufgrund seines hohen Gehalts an essenziellen Aminosäuren ist Buchweizen ernährungsphysiologisch wertvoll. Als glutenfreies Nahrungsmittel spielt Buchweizen auch eine wichtige Rolle bei der Ernährung von Menschen mit Zöliakie.