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Nach dem Urlaub

Endlich wieder in der Apotheke

14.08.2018
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Von Andreas Nagel / Gehören Sie zu den Menschen, die am ersten Arbeitstag gerne in die Apotheke kommen und sich freuen, wieder zurück am Arbeitsplatz zu sein? Die meisten werden das wohl verneinen, für sie ist der Urlaub viel zu schnell vorbeigegangen. Folgende Tipps können die Rückkehr in den Arbeitsalltag erleichtern.

Der Jahresurlaub ist für viele die schönste Zeit des Jahres. Am ersten Arbeitstag nach dem Urlaub fällt der Wiedereinstieg vielen Mitarbeitern daher oft besonders schwer. Die Gründe für einen eher widerwilligen Start in den Berufsalltag können unterschiedlich sein: Arbeitsrückstände aus der Zeit vor dem Urlaub, auf­gestaute Arbei­ten aus der Urlaubszeit, ungelöste fachliche Probleme, hohe Arbeits­belastung, Stress, un­attraktive Arbeitszeiten, schwierige Kunden oder Konflik­te mit Kollegen können die Rückkehr an den Arbeitsplatz vermiesen. Mit der richtigen Vorgehensweise und einigen einfachen Maßnahmen können Sie sich den Start in den Arbeitsalltag in vielen­ Fällen spürbar erleichtern.

Die Voraussetzungen für eine angenehme Rückkehr aus dem Urlaub und einen stressfreien ersten Arbeitstag legen­ Sie am besten schon vor Urlaubsbeginn. Mit einer gut durchdachten Urlaubsvorbereitung können Sie vermeiden, dass sich während Ihres Urlaubs­ viele unerledigte Aufgaben ansammeln­, die Sie an den ersten Arbeits­tagen mit hohem Zeitaufwand abarbeiten müssen. Erstellen Sie eine Liste mit allen Aufgaben, die Sie vor Ihrem­ Urlaub nicht mehr erledigen können­ und notieren Sie alle Routinetätigkeiten, die täglich oder wöchentlich erledigt werden müssen. Über­legen Sie dann, wer diese Aufgaben während Ihres Urlaubs übernehmen könnte und welche Regelungen er­forderlich sind, damit möglichst keine Aufgaben unerledigt bleiben. Infor­mieren Sie bei Bedarf auch wichtige Geschäftspartner über Ihre Abwesenheit. So vermeiden Sie, dass sich während­ Ihres Urlaubs viele­ unbe­antwortete Anfragen dieser Personen ansammeln.

Damit Sie am ersten Arbeitstag wieder motiviert und mit neuer Energie in den Berufsalltag starten, müssen Sie im Urlaub für ausreichend Erholung sorgen. Die Urlaubszeit dient bekanntlich dazu, sich von beruflichen Belastungen zu erholen und für zukünftige Herausfor­derungen »aufzutanken«. Ein Urlaub ist nicht nur Belohnung für gute Leistungen in der Vergangenheit, sondern auch eine wichtige Voraussetzung für die zukünftige Leistungsfähigkeit.

Nehmen Sie sich daher im Urlaub nicht zu viele Aufgaben und Aktivi­täten vor. Sorgen Sie für eine gute Mischung­ aus Aktivität und Passivität, damit Sie nicht erschöpft aus dem Urlaub­ zurückkommen und sich erst von einer Vielzahl anstrengender Freizeitaktivitäten erholen müssen. Kontakte­ zur Apotheke sollten Sie während des Urlaubs ebenfalls vermeiden oder so gering wie möglich halten. Hinter­lassen Sie bei Bedarf Ihre Urlaubs­adresse und regeln Sie, wie Sie in dringen­den Notfällen erreichbar sind (Telefon, Handy, SMS, WhatsApp, E-Mail). Definieren Sie dabei unbedingt, was unter dringend und unter einem Notfall zu verstehen ist.

Neue Ideen

Viele Menschen gehen davon aus, dass völliges Abschalten die wichtigste Voraussetzung für den Erholungseffekt ist. Das gelingt jedoch nicht immer auf Knopfdruck. Wenn Ihnen in den ersten Urlaubstagen immer wieder berufliche Themen durch den Kopf gehen, dann nutzen Sie die aufkommenden Ge­danken konstruktiv, um ungestört und in entspannter Atmosphäre kreative Ideen­ für ihren Arbeitsplatz zu ent­wickeln. Wenn Ihnen beim Blick aufs Meer plötzlich neue Ideen oder Pro­blemlösungen einfallen, dann können Sie es vielleicht gar nicht erwarten, diese Ideen umzusetzen, und Sie freuen sich bereits deshalb auf die Rückkehr in die Apotheke.

Vermeiden Sie möglichst eine Rückkehr aus dem Urlaub in letzter Minute, damit Sie am ersten Arbeitstag nicht wegen einer langen Rückreise völlig übernächtigt oder mit Jetlag in die Apotheke kommen. Wer nachts um 3 Uhr auf dem Flughafen landet und um 8 Uhr in der Apotheke stehen muss, geht sicherlich nicht besonders motiviert an seinen Arbeitsplatz. Zudem ist er an diesem Tag vermutlich kein besonders angenehmer Gesprächspartner und auch kein hilfsbereiter Kollege. Planen Sie daher möglichst einen Puffertag zwischen Rückkehr und Arbeitsbeginn ein, damit Sie entspannt und gut gelaunt in die Apotheke kommen.

Den ersten Tag gestalten

Überlassen Sie den Ablauf des ersten Arbeitstags nicht dem Zufall, sondern fragen Sie sich vorab: »Wie kann ich den Übergang vom Urlaub in den Berufsalltag optimal gestalten?« Am besten haben Sie mit Ihrem Urlaubsvertreter bereits vor Urlaubsbeginn einen Besprechungstermin für den ersten Arbeits­tag vereinbart, an dem Sie über wichtige Ereignisse und Veränderungen informiert werden, die während Ihrer Abwesenheit eingetreten sind. Legen Sie vorher fest, welche Punkte Sie am ersten Arbeitstag besprechen wollen, damit Ihr Vertreter bereits während Ihrer Abwesenheit alle erforderlichen Informationen vorbereiten kann. Ihr Vertreter sollte außerdem notieren, was während Ihres Urlaubs erledigt oder veranlasst wurde, damit er Sie am ersten Arbeitstag schnell und umfassend darüber informieren kann.

Durch einen individuell geplanten Nachurlaub können Sie das Urlaubs­ende besonders angenehm gestalten. Planen Sie für die ersten Tage nach Arbeits­beginn täglich eine bestimmte Maßnahme ein, auf die Sie sich be­sonders freuen. Legen Sie dafür jeweils einen konkreten Termin fest, damit sie im Alltag nicht wieder in Vergessenheit geraten.

Ein Programm für die ersten Tage könnte­ zum Beispiel folgendermaßen aussehen: Am ersten Tag stehen Sie etwas­ früher auf und gönnen sich ein ausgiebiges Frühstück mit Ihrer bevorzugten Urlaubsmusik und Ihren Urlaubsvideos – ähnlich wie Sie es im Urlaub­ getan haben. An Tag 2 treffen sich mit Freunden, die Sie während des Urlaubs nicht gesehen haben. An Tag 3 gehen Sie nach Feierabend ins örtliche Schwimmbad oder gönnen sich eine Massage in einem Wellness-Center. Am nächsten Tag essen Sie in einem Restau­rant mit der Küche Ihres Urlaubs­lands und genießen dort landes­typische Spezialitäten. An Tag 5 können Sie ein Open-Air-Kino be­suchen, und an Tag 6 geht es in einen nahegelegenen Beach-Club oder an einen­ City-Beach, wie es ihn in vielen größeren Städten gibt. Am künstlich angelegten Sandstrand und mit einem­ Cocktail in der Hand kommt ganz bestimmt wieder Urlaubs­stimmung auf.

Weitere Ideen und Anregungen für Ihren Nachurlaub können Sie sich auch bei der Tourismuszentrale Ihres Wohnorts holen, oder Sie nutzen einen­ regiona­len Veranstaltungs­kalender mit einer Übersicht über sportliche, kulturelle und musika­lische Veranstal­tungen. Wählen Sie aus dem umfangreichen Angebot die Vorschläge aus, die zu Ihrer persönlichen Situation passen.

Macht der Job noch Spaß?

Wenn Sie trotzdem am ersten Arbeits­tag nur widerwillig in die Apotheke gehen, könnte das auch an der Art Ihrer beruflichen Tätigkeit liegen. Vielleicht machen Ihnen Ihre Auf­gaben unabhängig vom Urlaubsende generell keinen Spaß. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, über eine berufliche Neuorientierung nachzudenken. Vielleicht kennen Sie die Redensart: »Suche dir einen Job, den du liebst, und du brauchst nie wieder arbeiten.«

Wenn Sie Ihren Beruf und Ihre Tätig­keit zwar grundsätzlich mögen, sind eventuell die Rahmenbe­dingungen der Tätigkeit der Grund für Ihre Abneigung gegen den ersten Arbeits­tag. Dafür kann es viele Gründe geben, zum Beispiel hohe Arbeitsbe­lastung, lange Arbeitszeiten oder Konflikte mit Kollegen. Versuchen Sie in diesem Fall, durch Gespräche mit Chefs oder Kollegen eine zeitnahe Änderung herbeizuführen – oder be­ginnen Sie notfalls mit der Suche nach einem Arbeitsplatz mit ange­nehmeren Arbeitsbedingungen, an den Sie auch nach einem schönen Urlaub­ gerne wieder zurückkehren. /