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Hilfe bei akutem Asthmaanfall

13.11.2013  12:33 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Asthmatiker sollten sich in winterlicher Kälte nicht zu sehr anstrengen, denn bei kalter und feuchter Luft verengen sich die Atemwege.

Die meisten Menschen sind hilflos, wenn ein Asthmatiker einen Anfall erleidet. Dabei können schon ein paar einfache Maßnahmen helfen. Darauf wiesen kürzlich die Lungenärzte der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) hin. Bei einem Anfall atmen Asthmatiker schneller, gleichzeitig aber auch oberflächlicher. Ihr Puls wird schwächer und manche werden unruhig, durch den Sauerstoffmangel kann es zu Bewusstseinsstörungen kommen.

Diese Beschwerden können rasch oder auch innerhalb weniger Stunden zu einer schweren Beeinträchtigung des Patienten führen – ohne Behandlung sogar zum Tod. »Zum Glück sind Asthma­anfälle, die innerhalb von Minuten zu Bewusstlosigkeit führen, sehr selten«, betonte Professor Dieter Köhler vom wissenschaftlichen Beirat der DGP.

Bei einsetzender Atemnot sollte der Patient als erstes eine Körperstellung einnehmen, die ihm das Atmen erleichtert. »Das Prinzip besteht darin, den Brustkorb durch das Abstützen der Arme vom Gewicht der Schultern zu befreien, um dadurch besser durchatmen zu können«, erklärte Köhler. Dazu solle sich der Betreffende hinsetzen, den Oberkörper vorbeugen und die Unterarme auf den Oberschenkeln oder auf einer Tischplatte abstützen. Alternativ kann der Patient die »Torwart-Haltung« einnehmen. Dabei beugt er sich – hüftbreit stehend – leicht vor und stützt sich mit den Händen auf den Knien oder Oberschenkeln ab. Einengende Kleidung sollte der Patient lockern.

Als nächstes ist es wichtig, den Betroffenen dabei zu unterstützen, in aller Ruhe sein Asthma-Notfallmedikament anzuwenden, das er als Asthmatiker immer bei sich tragen sollte. Der Patient kann je nach Bedarf gleich mehrere Züge beziehungsweise Stöße hintereinander aus dem Inhalator einatmen.

Sollte sich der Zustand des Asthma­tikers trotzdem verschlechtern, ist ein Notarzt zu rufen. »Bis der Notarzt kommt, sollte man den Patienten mindestens einmal pro Minute sein typisches Asthmamedikament, das inhala­tive Steroid, inhalieren lassen. Das Beta-2-Mimetikum zur sofortigen Erweiterung der Bronchien mit Besserung der Luftnot kann auch mehrfach inhaliert werden – allerdings nicht mehr als vier bis sechs Hübe pro Minute, um keine Überdosis zu verursachen«, betonte Köhler. »Am wichtigsten ist es, Ruhe zu bewahren und Panik zu vermeiden.« /

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP)