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Was ist eigentlich ...

13.11.2013  12:33 Uhr

… Schneeblindheit?

Der Begriff »Schneeblindheit« bezeichnet keine tatsächliche Blindheit, sondern eine vorübergehende, schmerzhafte Schwellung der Lider, die das Öffnen der Augen erschwert oder verhindert. Ausgelöst wird die Schneeblindheit durch übermäßige UV-Strahlung auf die Hornhaut des Auges. Es handelt sich sozusagen um einen Sonnenbrand der Horn- und Bindehaut mit kleinen Verletzungen der äußeren Zellschichten. Schneeblind kann jemand werden, wenn er sich an sonnigen Tagen lange ohne Sonnenbrille im Schnee oder am Meer aufhält. Auch Schweißarbeiten ohne Schutzbrille führen zu einer solchen Schädigung, Handwerker sprechen dann von »Verblitzen«, Mediziner bezeichnen das Phänomen als Kerato­konjunktivitis photoelectrica oder Photokeratitis. Die Symptome treten verzögert etwa drei bis zwölf Stunden nach der Exposition mit UV-Strahlung auf. Charakteristischerweise schmerzen beide Augen stark und tränen, die Bindehaut ist gerötet, oft begleitet von einem Lidkrampf. In leichten Fällen reicht es aus, mehrere Stunden lang immer wieder ein kühles feuchtes Tuch auf die Augen zu legen und weiteres Sonnenlicht zu meiden. Sind die Beschwerden allerdings schwer und die Schmerzen stark, sollte der Betroffene einen Augenarzt aufsuchen.

… Skidaumen?

Der Skidaumen ist eine typische Verletzung beim Skifahren. Meist stürzt der Sportler dabei mit dem Daumen auf die Piste oder bleibt in der Schlaufe des Skistockes hängen. Doch auch bei Ballsportarten kann es zu dieser Schädigung kommen. Dieser Begriff bezeichnet die Verletzung eines Bandes am Daumen-Grundgelenk. Das Band kann dabei komplett reißen oder nur angerissen werden, mitunter ist zusätzlich der Knochen verletzt. Die Behandlung hängt vom Ausmaß der Schädigung ab. Ist das Band nur angerissen, reicht es meist aus, den Daumen fünf Wochen lang in einer Skidaumenschiene ruhigzustellen. In dieser Zeit wächst das Band wieder zusammen. Ein totaler Riss macht eine Operation erforderlich. Dabei näht der Chirurg das Band wieder zusammen und verankert es gegebenenfalls wieder im Knochen. Wenn sich der Patient nicht operieren lässt, besteht die Gefahr, dass sein Daumen-Grundgelenk dauerhaft instabil wird. Dann klappt der Daumen bei unterschiedlichen Tätigkeiten der Hand immer wieder weg. Der Daumen bewegt sich abnorm, bestimmte Griffe, wie das Halten eines Hammers, sind dadurch erheblich erschwert. Langfristig kann sich im Daumen-Grundgelenk eine Arthrose entwickeln.

… Wintersmog?

Gemeint ist eine Luftverunreinigung, die typischerweise im Winter bei einer bestimmten Wetterlage – dem sogenannten Inversionswetter – in Großstädten und Industriegebieten auftreten kann. Dabei befindet sich in Bodennähe eine bis zu 700 m dicke Kaltluftschicht, auf der Warmluft liegt. Dies führt dazu, dass sich die Luft in der unteren Schicht kaum bewegt. In einer solchen Situation können Auto-Abgase und Emissionen aus Schornsteinen nicht aufsteigen und durch den Wind verteilt werden. Die Konzentrationen von Schwefeloxiden, Schwebstaub und Kohlenmonoxid erreichen schnell eine gesundheitsschädigende Grenze. Manche Schadstoffe wie Schwefeldioxid und Stick(stoff)oxide lösen sich im Nebel und bilden Säuren. Fachleute sprechen dann von saurem Smog. Im Dezember 1952 entstand in London Wintersmog in einem solchen Ausmaß, dass es zu einer Katastrophe kam: Innerhalb von 14 Tagen starben über 4000 Menschen an den Folgen dieser Luftverunreinigung. Im Jahr 1962 kostete eine Smogkatastrophe im Ruhrgebiet mehr als 150 Menschen das Leben. Zwar kann es auch heute noch in Ballungsgebieten zu Wintersmog kommen, doch sind die Folgen dank verbesserter Heiztechnik und Begrenzungen der industriellen Emissionen nicht mehr so dramatisch. Bei starker Luftbelastung können die Behörden zudem Fahrverbote anordnen. /