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Darmbakterien beeinflussen Nahrungsmittelallergien

11.11.2014
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Von Annette Immel-Sehr / Immer mehr Menschen sind von Nahrungsmittel­allergien betroffen, bis zu 17 Prozent der Bevölkerung in Europa. Bei der Entstehung spielen neben erblichen Komponenten vor allem Umweltfaktoren eine Rolle. Eine Studie von US-amerikanischen und Schweizer Forschern hat nun Zusammenhänge zwischen den Bakterien im Darm und dem Auftreten von Nahrungsmittelallergien aufgedeckt.

Offenbar können Umweltfaktoren, die sich auf die bakterielle Mikrobiota des Darms auswirken, den Körper gegenüber Nahrungsmitteln sensibiliseren. Äußere Einflüsse, wie eine Antibiotikatherapie in früher Kindheit, können die Darmflora nachteilig verändern und den Menschen anfälliger für eine Nahrungsmittelallergie machen. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass keimfreie Mäuse eine verstärkte Immunreaktion gegenüber Erdnuss-Antigenen zeigten, wenn sie gleich nach der Geburt eine Antibiotikatherapie erhalten hatten.

Siedelten die Forscher gezielt Clostridien – Bakterien, die vor allem in Böden und im Verdauungstrakt von höheren Lebewesen vorkommen – im Darm der Mäuse an, so war die allergische Immunantwort gegenüber Erdnuss-Antigenen trotz Antibiotika-Gabe geringer als in der Kontrollgruppe. Die Mäuse waren also offenbar geschützt. Wenn der Darm mit Clostridien besiedelt worden war, produzierten die Darmepithelzellen vermehrt Interleukin 22. Diese erhöhte Produktion führte zu einer verminderten Allergen-Aufnahme in den Blutkreislauf. /

Quelle: Stefka et al., PNAS 2014