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Rohmilch schützt Säuglinge

11.11.2014
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Von Annette Immel-Sehr / Rohmilch kann Säuglinge offenbar vor Infektionen schützen. Dies ist ein Ergebnis der europaweiten PASTURE-Studie. »Kinder, die unbehandelte Kuhmilch tranken, hatten ein deutlich niedrigeres Risiko für Schnupfen, Atemwegsinfekte, Fieber und Mittelohrentzündungen als Kinder, die kommerziell hocherhitzte Milch tranken«, berichtet Dr. Georg Loss vom Dr.-von-Haunerschen-Kinderspital in München.

Das Risiko, an Atemwegsinfektionen zu erkranken, sank beim Verzehr von Rohmilch um bis zu 30 Prozent. Unterschiede waren auch im Blut der Kinder nachweisbar. Säuglinge, die Rohmilch tranken, hatten niedrigere Werte des Entzündungsparameters C-reaktives Protein. »Höhere Entzündungswerte hängen mit der Entwicklung chronischer Erkrankungen wie Asthma und Übergewicht zusammen, wie aus anderen Studien bekannt ist. Der Konsum von Rohmilch könnte also das Risiko senken, später an Asthma zu erkranken«, sagt Loss, der an der PASTURE-Studie beteiligt ist.

Im Rahmen dieser Langzeitstudie haben rund 1000 Mütter aus ländlichen Regionen in Bayern, Finnland, Frankreich, der Schweiz und Österreich wöchentlich die Ernährung und Gesundheit ihres Kindes bis zum ersten Lebensjahr dokumentiert. »Die unterschiedlich schützenden Effekte der Milchtypen beruhen vermutlich auf bestimmten hitzeempfindlichen Inhaltsstoffen der Milch«, sagt Loss.

Beim Verzehr von Rohmilch ist jedoch Vorsicht geboten. Unbehandelte Milch kann bakteriell belastet sein und verschiedene Krankheiten wie Listeriose, Tuberkulose und EHEC-basierte Durchfallerkrankungen und Niereninsuffizienz auslösen. Da der Verzehr von Rohmilch ein hohes gesundheitliches Risiko birgt, plädieren die Forscher dafür, neue schonende Verfahren zu entwickeln, bei denen die schützenden Inhaltsstoffe der unbehandelten Milch erhalten bleiben. / Quelle: Klinikum der Universität München