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EAPT

PTA in Dänemark

29.08.2016
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Von Jutta Brielich / Beim diesjährigen Treffen der European Association of Pharmacy Technicians (EAPT) in Dublin war die Apothekengewerkschaft Adexa durch Europa-Repräsentantin Jutta Brielich vertreten. Dort berichteten Teilnehmer über die jeweilige Situation der PTA in ihrem Land. Interessant war unter anderem die Vorstellung der PTA-Vertreter aus Dänemark.

In Dänemark hat sich im letzten Jahr einiges getan. Unter anderem wurde für alle Angestellten die Pflichtmitgliedschaft in einer Gewerkschaft gelockert – und die Kolleginnen und Kollegen der dänischen PTA-Gewerkschaft Farma­konomforeningen befürchteten schon das Schlimmste. Zum Glück ist es nicht zu Austritten gekommen. Durch eine geschickte Kampagne und gezielte Mitgliederwerbung haben sie ihre Mitgliederzahl halten können und neue, junge Mitglieder dazu gewonnen. Darauf können sie zu Recht stolz sein. Die dänischen PTA sind sehr selbstbewusst und identifizieren sich mit ihrem Beruf, der in der Bevölkerung hoch angesehen ist.

Das zweite große Thema war die ­Liberalisierung im Apothekenwesen Dänemarks – und die damit verbun­denen Sorgen um Arbeitsplätze und Gehälter. Auch diese haben sich zum Glück bisher nicht bewahrheitet und die Kolleginnen konnten eine Gehaltserhöhung und Verbesserungen im Rahmentarif erreichen.

Neue Filialapotheken

Das Liberalisierungsgesetz hat in Dänemark dazu geführt, dass viele neue Apotheken, meist Filialen, eröffnet wurden. Nicht in jeder Filialapotheke muss ein Apotheker anwesend sein. Da trägt die PTA schon einmal die volle Verantwortung. Zwar sind die dänischen Apotheken ähnlich aufgebaut wie in Deutschland, eine Rezeptur sucht man allerdings vergebens. In nur zwei dänischen Apotheken werden die Rezepturen für das ganze Land hergestellt: So sind lange Wartezeiten auf Rezepturarzneimittel vorprogrammiert.

Außerdem gibt es mittlerweile viele Filialapotheken und ­sogenannte Auslieferungsstationen (Outlets), an denen Patienten ihre vorbestellten Arzneimittel abholen können. Eine elektronische Gesundheitskarte mit persönlichem Medika­tionsprofil wurde eingeführt und die meisten Rezepte werden von den Ärzten elektronisch an die Apotheke übermittelt. Außerdem bieten einige große Apotheken in den Großstädten ein Pilot-Projekt zur ­Reise-Impfung an, zu dem auch gehört, dass die Patienten gleich in der Apotheke von speziell ausgebildeten PTA oder Apothekern geimpft werden.

Mehr Infos auf der Website

Auf der Homepage des EAPT unter www.eapt.info finden Interessierte weitere Informationen zu den EAPT-Mitgliedsländern und demnächst eine Aufstellung über die Ausbildung der PTA in den verschiedenen europäischen Ländern. Wer EAPT auf Facebook folgt, ist immer auf dem neuesten Stand und wird sofort über Neuigkeiten auf der EAPT-Homepage informiert. /