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Desinfektion

Die Hände richtig reinigen

25.08.2017  12:03 Uhr

Von Isabel Weinert / Ein Kind mit Magen-Darm-Infekt übergibt sich in der Apotheke, und man wischt deshalb den Boden, ein sichtlich ungepflegter Kunde reicht die Hand, eine Erkältungswelle grassiert: Für PTA gibt es 1000 und einen Grund, sich die Hände immer wieder gründlich zu reinigen.

Hände bieten zahlreichen Keimen ein dauerhaftes Zuhause. Diese sogenannte residente Bakterienflora schützt die Haut vor fremden Mikroorganismen, darunter auch potenzielle Krankheitserreger. Die fremde oder transiente Flora kann jedoch von den eigenen Händen auf andere Menschen, Flächen und Gegenstände übertragen werden. Auf rissiger oder wunder Haut können sich diese Keime gar ansiedeln. Deshalb spielt auch die Pflege der Hände eine wichtige Rolle für die Hygiene.

Die hygienische Händedesinfektion mit Alkoholen wie Ethanol, 1-Propanol (n-Propanol) und 2-Propanol (Isopropanol) tötet in erster Linie die Keime der transienten Flora, verringert jedoch auch die Keimzahl der hauteigenen Besiedler. Auch deshalb sollten entsprechende Mittel nicht unbedacht zum Einsatz kommen.

Damit Händewaschen mit Seife sowie Desinfektion Erfolg zeigt, zieht man zuvor Ringe und Armbänder aus, denn hier können sich Keime gut verstecken. Nun braucht es 30 Sekunden Zeit, um die unten dargestellten Bewegungen jeweils für etwa fünf Sekunden sorgsam auszuführen. Zunächst reibt man Handfläche auf Handfläche und bezieht die Handgelenke mit ein (Abb. 1). Anschließend reibt die rechte Handfläche über den linken Handrücken und umgekehrt (Abb. 2). In Schritt Drei reibt Handfläche auf Handfläche, und zwar mit verschränkten, gespreizten Fingern, um auch zwischen die Finger zu gelangen (Abb. 3). Nun sind die Außenseiten der Finger auf gegenüberliegenden Handflächen mit verschränkten Fingern an der Reihe (Abb. 4). Dann kreist der rechte Daumen in der geschlossenen linken Handfläche und umgekehrt (Abb. 5). Das Prozedere endet, nachdem die Fingerkuppen der rechten Hand in der linken Handinnenfläche kreisend gerieben haben und umgekehrt (Abb. 6).

Vor der Arbeit in der Apotheke und danach genügt es, die Hände mit Wasser und Seife wie oben beschrieben zu reinigen – am hautschonendsten mit lauwarmem Wasser. Geraten die Hände jedoch in Kontakt mit Sekreten, Blut oder Ausscheidungen, oder bittet ein Patient um einen Blutzucker- oder sonstigen aus Blut zu bestimmenden Wert, geht es nicht ohne Händedesinfektion. Das gilt auch nach dem Toilettengang und ist anzuraten, bevor PTA beginnen, eine Rezeptur herzustellen. Das Tragen von Handschuhen stellt keine echte Alternative dar, weil das Material winzige Risse haben, beziehungsweise, eine Kontamination stattfinden könnte, wenn die Handschuhe ausgezogen werden. Eine exakte Hand­hyg­iene schützt nicht nur den Anwender, sondern auch die Patienten. Wer sich merkt, wie die Hände sicher sauber werden, kann ihnen die Abfolge demonstrieren und so zusätzlich zum Infek­tionsschutz beitragen. /