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Unabhängige Patientenberatung

Die Linke beklagt Rückschritte

25.08.2017  12:03 Uhr

Von Stephanie Schersch / Die Kritik an der Unabhängigen Patienten­beratung Deutschland (UPD) reißt nicht ab. Wer Rat suche, müsse lange warten, bis er auf einen kompetenten Ansprech­partner trifft, bemängelt die Linkspartei. Die Bundes­regierung sieht das ganz anders.

Rund 1,5 Jahre ist es nun her, dass mit dem Dienstleister Sanvartis erstmals ein privates Unternehmen den Betrieb der UPD übernahm. Damals wie heute wird dieser Schritt unter anderem von den Linken scharf kritisiert. Auch eine erste Leistungsbilanz der neuen UPD überzeugt sie nicht – im Gegenteil. »Die von der Bundesregierung immer behauptete schnellere Erreichbarkeit bei der neuen UPD ist ein Märchen«, sagte Linken-Gesundheits­expertin Kathrin­ Vogler. Zwar müssten Patienten tatsächlich nicht mehr so lange in der Warteschleife hängen wie früher, doch leider erreichten sie meist nur jeman­den im Callcenter, der keine kompetente Beratung bieten könne. »Auf den Rückruf eines Fachberaters müssen­ sie dann oft sehr lange warten.«

Die UPD gibt es seit 2011, das Be­ratungsangebot hatte zunächst eine Gemeinschaft aus Sozial­verbänden und Ver­braucher­zentralen über­nommen. 2016 war die Trägerschaft an eine Tochter­gesellschaft von Sanvartis übergegangen. Kritiker sahen damit die Unabhängigkeit der Patientenberatung in Gefahr, da Sanvartis ausgerechnet Callcenter für Krankenkassen betreibt.

Die Bundesregierung ist mit der Leistung des neuen Betreibers dennoch sehr zufrieden. Seit 2016 habe die UPD »eine ausgesprochen positive Entwicklung durchlaufen«, schreibt sie in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linken. Im Schnitt benötigten Patienten weniger als 1,1 Anrufversuche, bis ein Kontakt zustande komme. Vor dem Betreiberwechsel seien 3,3 Anläufe nötig gewesen.

Auch den Vorwurf, den Beratern fehle die nötige Fachkompetenz zur Beantwortung der Fragen weist die Regier­ung zurück. Zwar gebe es weniger Mitarbeiter mit akademischer Ausbildung als bei der alten UPD. Viele Fragen­ erforderten jedoch kein Gespräch mit einem Arzt oder Fach­anwalt, sondern könnten ebenso gut von anderen Berufsgruppen mit Bezug zum Gesundheits­wesen qualifiziert beantwortet werden, wie etwa von Pflegekräften.

In vielen anderen Punkten möchte sich die Bundesregierung nicht konkret­ positionieren. Die Linken verweisen in ihrer Anfrage auf Leistungsdaten der neuen UPD, die im sogenannten Patientenmonitor 2016 zusammengefasst sind, und ver­gleichen diese mit Zahlen der alten UPD. Demnach ist etwa die Zahl der persönlichen Beratungsgespräche deutlich gesunken. Die Bundesregierung hält den Vergleich für unsauber, schließlich habe man dem neuen Betreiber einen Übergangszeitraum von sechs Monaten eingeräumt, um den Be­ratungsbetrieb zunächst schrittweise aufzubauen, schreibt sie. In der Regel erfolge eine persönliche Beratung nach vorheriger Terminvereinbarung.

»Die Sanvartis-UPD hat es auch nach 1,5 Jahren nicht geschafft, sich vor Ort zu verankern«, kommentierte Vogler. Darüber hinaus fordert Die Linke mehr Transparenz darüber, welche Mittel aus dem UPD-Haushalt letztlich an Sanvartis fließen. /