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Schlaganfall

Neue Empfehlungen zur Prävention

26.11.2014
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Von Verena Arzbach / Bekanntermaßen beeinflussen Lebens­stilfaktoren wie Ernährung und Rauchen das Schlaganfallrisiko wesentlich. Zwei US-amerikanische Fachgesellschaften haben nun ihre Empfehlungen zur Vorbeugung eines Schlaganfalls aktualisiert: Neu ist zum Beispiel, dass Hypertonie-Patienten ihren Blutdruck regelmäßig zu Hause messen und sich möglichst mediterran ernähren sollten.

Mehr als drei Viertel aller Schlaganfälle treten bei Patienten auf, die zuvor noch keinen Schlaganfall hatten. Zum Glück gebe es enorme Möglichkeiten, einem Schlaganfall vorzubeugen, schreiben Professor James Meschia von der Mayo Klinik in Jacksonville, Erstautor der Leitlinie, und seine Kollegen. Die beiden US-amerikanischen Fachgesellschaften ASA (American Stroke Association) und AHA (American Heart Association) haben daher ihre Leitlinien zur Schlag­anfallprävention aus dem Jahr 2011 aktualisiert und um mehr als 30 neue Empfehlungen ergänzt. Sie hoffen, so die Zahl der Schlaganfälle in den USA weiter senken zu können.

Blutdruck

Der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor sei nach wie vor der Bluthochdruck, schreiben die Autoren. Die ASA und AHA raten in den neuen Leitlinien nun erstmals, dass Hypertonie-Patienten – neben der Messung beim Arzt – ihren Blutdruck auch regelmäßig selbst zu Hause überprüfen sollten. Hintergrund der Empfehlung ist eine Metaanalyse aus dem vergangenen Jahr. Patien­ten, die regelmäßig ihre Blutdruckwerte selbst bestimmten, erzielten demnach eine bessere Blutdruckkontrolle. »Den Blutdruck alle paar Monate in der Arztpraxis zu messen, bildet nicht ab, was Tag für Tag passiert«, sagte Meschia dem Online-Portal MedPage Today. »Wenn Patienten, die wegen Bluthochdruck behandelt werden, einmal oder zweimal pro Woche ihre Werte selbst messen, bleiben die Blutdruckwerte eher dort, wo wir sie haben wollen«, sagte der Mediziner. Patienten mit leicht erhöhtem Blutdruck mit Werten zwischen 120 und 139 mmHg und 80 bis 89 mmHg – Mediziner sprechen von Prähypertonie – sollten darüber hinaus einmal im Jahr den Blutdruck beim Arzt überprüfen lassen. Der Arzt sollte die Patienten zudem zu einem gesunden Lebensstil motivieren.

Ernährung

Auch zur richtigen Ernährung gibt es in der Leitlinie neue erweiterte Tipps. Bislang empfahlen die Fachgesellschaften die sogenannte DASH-Diät (Dietary Approaches to Stop Hypertension), eine spezielle Ernährungsform für Hypertoniker, die das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko senken soll. Die Ernährung bei der DASH-Diät besteht aus viel Obst und Gemüse, der Fokus liegt besonders auf der Reduktion von Fett und Kochsalz. Nun empfehlen die US-amerikanischen Experten zusätzlich eine mediterrane Ernährung. Diese unterscheidet sich nicht wesentlich von der DASH-Diät, empfiehlt aber noch weitere Lebensmittel, vor allem viele Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, Fisch und Geflügel. Rotes Fleisch und Lebensmittel mit einem hohen Anteil gesättigter Fettsäuren sollten hingegen nur selten auf dem Speiseplan stehen. Übergewichtigen mit erhöhtem Bauch- und Hüftumfang raten die Fachgesellschaften zur Gewichtsreduktion. Sie sollten sich außerdem mindestens drei bis viermal pro Woche wenigstens 40 Minuten bewegen.

Weitere Empfehlungen

Bei der Schlaganfallprävention dürfen auch Raucherentwöhnungsprogramme nicht fehlen, gilt Zigarettenrauchen doch ebenfalls als wichtiger Risikofaktor. Die AHA und die ASA wollen Raucher mit speziellen Entzugsangeboten, zum Beispiel mit Arzneistoffen wie Nicotin, Bupropion oder Vareniclin, unterstützen. Ebenso sollen Rauchverbote in der Öffentlichkeit beim Verzicht auf Zigaretten helfen. Besonders Frauen mit Migräne und Aura profitieren laut den Fachgesellschaften besonders vom Rauchverzicht, denn bei ihnen sei das Risiko erhöht, einen Schlaganfall zu erleiden. Sie sollten zudem gemeinsam mit ihrem Arzt Alternativen zu oralen Kontrazeptiva besprechen. /