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Brustkrebs

Radiotherapie verhindert schmerzhaftes Lymphödem

26.11.2014  10:00 Uhr

Von Annette Immel-Sehr / Sind bei Frauen mit Brustkrebs auch die Lymphknoten in der Achselhöhle befallen, werden diese in der Regel operativ entfernt. Als eine Folge der Operation staut sich die Lymphflüssigkeit meist dauerhaft, der Arm schwillt schmerzhaft an und ist in seiner Beweglichkeit eingeschränkt. 

Wie eine europäische Studie zeigt, lassen sich befallene Lymph­knoten auch mittels Strahlentherapie wirksam behandeln. Dann tritt ein Lymphödem seltener auf als nach einer operativen Entfernung. Dieses Studienergebnis könnte nach Einschätzung der Experten der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) die Behandlung von Brustkrebs verändern.

Als Wächterlymphknoten bezeichnen Onkologen die Lymphknoten, die im Abflussgebiet der Lymphflüssigkeit eines bösartigen Tumors an erster Stelle liegen. Sind Tumorzellen bereits in diese Lymphknoten eingewandert, so finden sich wahrscheinlich auch Metastasen in den umliegenden Knoten. Bei Brustkrebs entfernen Ärzte in diesem Fall meist alle Lymphknoten der Achselhöhle. In der sogenannten AMAROS-Studie haben Wissenschaftler nun untersucht, ob im Falle eines positiven Lymphknotenbefunds eine Strahlentherapie die Ausräumung der Achselhöhle ersetzen kann. »Diese Frage kann jetzt eindeutig bejaht werden«, sagt DEGRO-Pressesprecher Professor Dr. Frederik Wenz. Die Studie habe gezeigt, dass unter den Teilnehmerinnen mit einem positiven Wächterlymphknotenbefund ein erneuter Tumorbefall in der Achselhöhle nach der Strahlentherapie nicht signifikant häufiger auftrat. Zudem bildete sich bei den Patientinnen der Studiengruppe, die eine Radiotherapie erhalten hatten, signifikant seltener ein Lymphödem als bei den operierten Patientinnen: Nach der Operation litten im ersten Jahr 28 Prozent an der schmerzhaften Schwellung des Arms, nach fünf Jahren waren es noch 23 Prozent. Bei der Bestrahlungsgruppe waren es im Vergleichszeitraum nur 15 beziehungsweise 14 Prozent. /

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e. V.