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Spirale senkt Risiko für Gebärmutter­halskrebs

26.11.2014  10:00 Uhr

Von Elke Wolf / Das Intrauterinpessar (IUP) verhindert nicht nur eine Schwangerschaft, sondern schützt allem Anschein nach auch vor Krebs: Laut einer aktuellen Studienanalyse senkt das IUP die Rate für Gebär­mutter­halskrebs um mindestens 20 Prozent.

Der Hinweis auf diesen protektiven Begleiteffekt ist nicht neu. Allerdings konnten US-Epidemiologen und -Präventionsmediziner diesen jetzt validieren: Dazu untersuchten sie mehr als 8800 Frauen mit einem histologisch bestätigten Endometriumkarzinom und fast 15 400 Teilnehmerinnen der Kontrollgruppe ohne Krebs.

Die Wahrscheinlichkeit, an einem Endometriumkarzinom zu erkranken, war bei Frauen, die irgendwann in ihrem Leben eine Spirale getragen hatten, im Vergleich zu jenen, die nicht auf diese Weise verhütet hatten, um fast 20 Prozent verringert. Trugen Frauen ein inertes Pessar mindestens zehn Jahre lang, reduziert dies die Wahrscheinlichkeit eines Endometriumkar­zinoms sogar noch stärker. Sämtliche potenzielle Störfaktoren wie Alter, BMI, Diabetes oder Menopause, die das Risiko für einen Gebärmutterhalskrebs in die Höhe treiben, haben die Wissenschaftler bei ihrer Analyse heraus­gerechnet.

Welcher biologische Schutzmechanismus hinter diesen Zusammenhängen stecken könnte, ist bislang nicht geklärt. Die US-Wissenschaftler vermuten, dass durch das Tragen einer Spirale kontinuierlich Zellen der Uterusschleimhaut abgestoßen und dadurch auch prämaligne oder hyperplastische Endometriumzellen abgetragen werden könnten.

In Deutschland verhüten laut Zahlen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung etwa 10 Prozent der Frauen mit der Spirale. Deutlich beliebter sind die Pille und Kondome. /

Quelle: International Journal of Cancer

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