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Tarifverhandlungen

Keine Einigung in Sicht

07.09.2015  09:36 Uhr

Von Daniel Rücker / Die Apothekenleiter haben ein Problem: Ihre Honorierung stimmt nicht. Die PTA kann dies nicht kalt lassen. Denn wenn das Honorar der Apotheker stagniert, werden auch die Löhne der Apothekenangestellten nicht ausreichend angehoben.

Ein Kompromiss zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ist nicht in Sicht. Für die rund 136000 Apothekenangestellten ist dies eine schlechte Nachricht: Eine Gehaltserhöhung ist unwahrscheinlich.

Bei einem Treffen zwischen dem Arbeitgeberverband Deutscher Apotheker (ADA) und der Apothekengewerkschaft Adexa Mitte August gab es keine wirkliche Annäherung der beiden Tarifparteien. Allerdings sah ADA-Vorsitzender Theo Hasse das Treffen auch nicht als Tarifverhandlung an. Aus seiner Sicht ging es nur darum, die jeweiligen Positionen zu sondieren. Offenbar waren diese zu weit auseinander, als dass es sich an dieser Stelle gelohnt hätte, tiefer in die Verhandlungen einzusteigen. Die Apothekenleiter sehen laut Hasse keinen Spielraum für Tariferhöhungen. So lange die Politik nicht bereit sei, die Honorierung der Apotheker anzupassen, könne auch der Gehaltstarif nicht angepasst werden.

Fixhonorar bleibt

Die Verhandlungen können sich noch eine ganze Weile hinziehen. Es ist derzeit nicht zu erkennen, dass der Deutsche Apothekerverband (DAV) mit seiner Forderung nach einer Honorar­anpassung leichtes Spiel haben könnte. Im Gegenteil: Der wichtigste Teil der Apothekerhonorierung, das Fixhonorar von 8,35 Euro für Abgabe und Beratung bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, kann bis auf Weiteres nicht erhöht werden. Bei der Konzeption der Honoraranpassung im Jahr 2013 hat das Bundeswirtschaftsministerium eine Verrechnung von Kosten und Erträgen vorgesehen. Steigen die Kosten stärker als der Rohertrag, dann kann das Honorar steigen. Nach der Honorarerhöhung um 25 Cent und dem Zuschlag für den Nacht- und Notdienst im Jahr 2013 sind aber logischerweise die Erträge gestiegen. In der Konsequenz würde das Fixhonorar deshalb bei einer neuerlichen Anpassung nicht steigen, sondern sinken. Zwar bleiben als weitere Optionen noch eine bessere Honorierung für die Versorgung mit Betäubungsmitteln, Rezepturen oder den Nacht- und Notdienst. Eine angemessene Honorar­anpassung sieht aus Sicht der Apotheker aber anders aus.

Kein Verständnis

Tanja Kratt, zweite Vorsitzende von Adexa, hat kein Verständnis für die Haltung der Apothekenleiter. Nach ihrer Einschätzung wird das Apothekenhonorar in diesem Jahr um 100 Millionen Euro steigen. Hinzu komme ein Umsatzplus von 9,2 Prozent bei OTC-Arzneimitteln. Nach den Zahlen der Treuhand Hannover liegt das Plus allerdings nur bei 4,5 Prozent. Kratt führt auch noch das gestiegene Honorar für den Nacht- und Notdienst an. Sie versteht auch das Argument nicht, die Apotheker könnten ihre Angestellten nicht mehr bezahlen, weil das Fixhonorar nicht angehoben werden könne. Das Fixum steige deshalb nicht, weil die Apotheker derzeit insgesamt gut verdienten, sagte die Adexa-Vertreterin. Deshalb könnten sie auch einer Tariferhöhung zustimmen.

In einem Adexa-Rundschreiben fordert Kratt auch eine höhere Ausbildungsvergütung. Der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde sollte es für Pharmazeuten im Praktikum schon sein. Außerdem müsse die tarifliche Altersvorsorge angehoben werden. Dies sei seit 2012 nicht mehr geschehen. Kratt ist auch dafür aufgeschlossen, bei der Honoraranpassung andere Wege zu gehen. Wenn es den Apothekern so schwer falle, mehr Geld zu bezahlen, dann könnten alternativ bei demselben Gehalt mehr Urlaub oder weniger Wochenarbeitsstunden vereinbart werden. Dies könne allerdings nur eine Übergangslösung sein, bis sich die Tarifparteien geeinigt hätten. /

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