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Richtig verhüten bei Migräne

12.09.2016  11:28 Uhr

Von Verena Arzbach / Bei vielen Migräne-Patientinnen treten Kopfschmerzen zyklusbedingt auf. Vermutlich ausgelöst durch den Abfall des Sexualhormonspiegels am Zyklusende beginnen die Attacken meist kurz vor der Menstruation und enden, wenn die Blutung abklingt. Viele der üblichen Arzneimittel gegen Mi­gräne helfen bei dieser Form meist nicht.

»Starke hormonelle Kombinationsmittel mit Estrogenen und Gestagenen und einer Einnahmepause nach drei Wochen könnten die Kopfschmerz-Symptomatik verstärken; deshalb muss das Verhütungsmittel niedrig dosiert sein, damit der Hormonabfall nicht so stark ist, oder im Langzyklus durchgenommen werden oder nur ein Gestagen enthalten«, erläutert der Frauenarzt Dr. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte, in einer Pressemeldung. 

Im Langzyklus wird die Anti-Baby-Pille bis zu sechs Monate ohne Pause eingenommen. Damit entfällt der Abfall des Hormonspiegels in der Pillenpause, sodass die Migräneattacken schwächer ausfallen oder verschwinden.

Bei Migräne mit Aura besteht ein erhöhtes Schlaganfall-Risiko. Kombinierte hormonelle Verhütungsmittel würden das Risiko weiter erhöhen. Betroffene sollten daher besser eine Verhütungsmethode ohne Estrogen-Anteil bekommen. /