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COPD

Ringen um Luft

12.09.2016  11:28 Uhr

Von Clara Wildenrath / Die COPD ist eine der häufigsten Todesursachen in Europa. Die Therapie der unheilbaren Lungenerkrankung soll Symptome lindern und das Fortschreiten der Krankheit verhindern. Dabei helfen nicht nur Medikamente.

Angefangen hatte alles ganz harmlos. Vor zehn Jahren bemerkte Rainer F., dass ihm beim Bergsteigen oder Mountainbiken schneller die Luft ausging als früher. »Das habe ich auf mein Alter geschoben«, sagt der passionierte Bergsportler aus Oberbayern. »Mit über ­50 war ich damals ja schon nicht mehr der Jüngste.« Als langjährigem Raucher erschien ihm auch gelegentliches Husten normal. 

Bei einer Routineuntersuchung fielen dem Hausarzt dann schlechte Werte beim Lungenfunktionstest auf. Nach der Überweisung zum Lungenfacharzt stand die Diagnose schnell fest: COPD.

Das international verwendete Kürzel COPD steht für »chronic obstructive pulmonary disease«. Es bezeichnet eine chronisch fortschreitende Lungenerkrankung mit einer dauerhaften Verengung der Atemwege. Diese Obstruktion entsteht durch entzündlich bedingte Umbauprozesse in den Bronchien und ihren kleinen Verzweigungen, den Bronchiolen. Dadurch wird der Luftstrom vor allem beim Ausatmen eingeschränkt.

Bei vielen COPD-Patienten stehen diese Entzündungen im Vordergrund: Sie leiden an einer chronisch obstruktiven Bronchitis. Manchmal greift die Erkrankung aber auch die Lungenbläschen (Alveolen) an, die für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid verantwortlich sind. Sie fallen dann beim Ausatmen in sich zusammen und erschweren so den passiven Rückstrom der Atemluft. Der Arzt spricht von einem Lungenemphysem: Die Lunge überbläht, mit jedem Ausatmen verbleibt etwas mehr verbrauchte Restluft darin. Der Begriff COPD fasst diese beiden Formen der Erkrankung, die chronisch-obstruktive Bronchitis und das Lungenemphysem, zusammen.

Experten schätzen, dass etwa jeder zehnte Deutsche über 40 Jahren an COPD leidet – oft allerdings, ohne es zu wissen. Europaweit ist die COPD nach Herzerkrankungen und Lungenkrebs die dritthäufigste Todesursache. In den letzten 50 Jahren nahm die Sterblichkeit durch COPD dramatisch zu: bei Männern um das 3,5-Fache, bei Frauen sogar um das Zehnfache.

Neun von zehn COPD-Patienten in der westlichen Welt sind oder waren Raucher: Nicotin und weitere Giftstoffe fördern die chronische Entzündung der Atemwege. Neuere Forschungen weisen darauf hin, dass bei bis zu 80 Prozent der langjährigen Raucher über 45 Jahre die Bronchien bereits irreversibel geschädigt sind – lange bevor sie Symptome einer COPD entwickeln. Passivrauchen gilt ebenfalls als Risikofaktor. Daneben scheinen zunehmend auch Umweltschadstoffe – wie eine hohe Ozon- und Feinstaubbelastung – eine Rolle zu spielen. Auch Menschen, die berufsbedingt Gasen, Stäuben oder Dämpfen ausgesetzt sind, zum Beispiel im Bergbau, beim Schweißen oder in der Landwirtschaft, bekommen überproportional oft obstruktive Lungenerkrankungen. Häufige Atemwegsinfektionen in der Kindheit fördern vermutlich ebenfalls die Entstehung einer COPD. Forscher haben außerdem eine ganze Reihe von Genen gefunden, die mit der Lungenfunktion in Zusammenhang stehen. Ob und wie sie allerdings zur COPD beitragen, ist noch nicht abschließend untersucht. Gesichert ist lediglich, dass eine seltene Erbkrankheit, der angeborene Mangel an α-1-Antitrypsin, das Risiko für eine COPD erhöht. Dieses Enzym hemmt normalerweise andere Enzyme – sein Fehlen kann zu einer Schädigung der Lungenbläschen führen.

Typisches Anfangssymptom einer COPD ist häufiger, vor allem morgendlicher Husten mit oder ohne Auswurf. Später entwickelt sich Atemnot bei körperlicher Belastung. Gerade langjährige Raucher verharmlosen diese Beschwerden oft als »normalen« Raucherhusten oder als Zeichen mangelnder Fitness. Mit weiterem Fortschreiten der Erkrankung werden die Betroffenen bereits in Ruhe kurzatmig und haben das Gefühl, nicht genug Luft zu bekommen. Geräusche beim Ausatmen und ein Engegefühl in der Brust sind Zeichen einer zunehmenden Verengung der Bronchien.

Neben der schleichenden Abnahme der Lungenfunktion kommt es ­bei vielen Patienten auch immer wieder zu plötzlichen Krankheitsschüben. Diese sogenannten akuten Exazerbationen treten vor allem im Herbst und Winter auf. Ausgelöst werden sie ­häufig durch einen Atemwegsinfekt. Typische Warnsymptome sind zunehmende Atemnot, vermehrter Husten mit grün-gelbem Auswurf, Ab­geschlagen­heit und schlechtere Lungenfunk­tionswerte. Steuert der Patient in diesen Fällen nicht recht­zeitig – in Absprache mit dem Arzt – medikamentös gegen, kann das zu einer nicht umkehrbaren Verschlechterung, einer Exazerbation, führen.

Obwohl die COPD in erster Linie eine Atemwegserkrankung ist, zieht sie im fortgeschrittenen Stadium auch andere Organe in Mitleidenschaft. Viele COPD-Patienten leiden durch die eingeschränkte Lungenfunktion an Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bewegungsmangel aufgrund der Atemprobleme führt zum Abbau von Muskel- und ­Knochenmasse, was unter anderem das ­Risiko für Osteoporose erhöht. Diabetes und Lungenkrebs kommen in Verbindung mit COPD ebenfalls häufiger vor. Überdurchschnittlich oft ent­wickeln sich auch Depressionen und Angsterkrankungen.

Unterschied zu Asthma

Gerade für Laien ähneln die Symptome der COPD denen von Asthma: Bei beiden Erkrankungen stehen Husten und Atemnot im Mittelpunkt. Anders als beim Asthma bronchiale ist die Verengung der Atemwege bei der COPD jedoch dauerhaft und nicht durch den Einsatz von Bronchien-erweiternden Medikamenten umkehrbar. Zudem beginnt Asthma meist bereits in der Jugend und ist oft mit ­Allergien verknüpft. Wenn Asthmatiker rauchen, erhöht das ihre Anfälligkeit für COPD allerdings erheblich. ­­ Bei ihnen verschlechtert sich die Lungenfunktion besonders rapide. Diese Mischform ­bezeichnen Fach­leute mit dem Be­griff Asthma-COPD-Overlap-Syndrom (ACOS). Die Differenzierung zwischen den beiden Atemwegserkrankungen ist für eine erfolgreiche Behandlung jedoch wichtig.

Als aussagekräftigste Unter­su­­­ch­ung­ zur Diagnose von obs­truktiven Atemwegserkrankungen gilt die Lungenfunktionsprüfung (kurz Lufu) oder Spirometrie. Sie kann praktisch jeder Hausarzt durchführen. Dafür atmet der Patient über ein Mundstück in ein ­Spirometer, das die durchströmende Luftmenge misst und aufzeichnet. ­Gemessen wird dabei vor allem die sogenannte Einsekundenkapazität FEV1 (englisch: forced expiratory volume at 1 s). Das ist die Luftmenge, die der ­Patient nach maximalem Einatmen innerhalb einer Sekunde so schnell wie möglich wieder ausatmen kann. Sie wird entweder als absoluter Wert in Litern angegeben oder als relativer Anteil der Vital­kapazität, also des maximalen Aus­atemvolumens.

Eine Sonderform der Untersuchung ist die Spiroergometrie, die Messung der Lungenfunktion unter Belastung. In Kombination mit dem sogenannten Bronchospasmolyse-Test dient die Spirometrie auch zur Unterscheidung von COPD und Asthma: Nach der Gabe eines bronchienerweiternden Medikaments verbessert sich der FEV1-Wert bei Asthmatikern deutlich, bei COPD-Kranken bleibt er dagegen gleich. Eine Möglichkeit, die Lungenwerte auch selbstständig zu Hause zu über­prüfen, bietet das Peak-Flow-Meter. Das handliche Gerät misst die höchste Strömungsgeschwindigkeit der Atemluft (peak flow = Spitzenströmung). Nach tiefem Luftholen pustet der Patient so stark wie möglich hinein und liest den Wert ab. Durch regelmäßige Messungen kann er so Veränderungen seiner Lungenfunktion frühzeitig erkennen.

Noch genauere Aussagen über das Ausmaß der Atemwegsverengung oder Lungenüberblähung liefert die große Body-Plethysmografie. Die Messung führt in der Regel ein Pneumologe durch. Der Patient sitzt dabei in einer luftdicht abgeschlossenen Glaskabine und atmet über ein Mundstück normal ein und aus. Neben dem Atemwegswiderstand lassen sich so das Gesamt­atem­volumen und das Restluftvolumen bestimmen, das nach dem Ausatmen in der Lunge verbleibt. Diese Untersuchungsmethode eignet sich auch für Patienten, denen das forcierte Ausatmen ins Spirometer schwerfällt.

Durch eine Blutgasanalyse kann der Arzt erkennen, wie viel Sauerstoff im Blut ankommt und wie gut der Abtransport von Kohlendioxid funktioniert. Dies wird in der Regel zunächst in Ruhe und dann unter Belastung gemessen. Die Fähigkeit der Lungenbläschen zum Austausch von Sauerstoff und Kohlenmonoxid lässt sich mit einer CO-Diffusionsmessung erfassen. Zusätzlich setzt der Pneumologe zur Diagnostik noch bildgebende Verfahren wie Röntgenstrahlung oder Computertomografie ein, je nach Bedarf auch noch andere Untersuchungsmethoden, etwa ein EKG und Laboranalysen aus Blut und Speichel.

Anhand der gemessenen Lungenfunktionswerte bestimmt der Arzt anschließend das Stadium der COPD (siehe Kasten). Entscheidend für die Einteilung ist, wie stark der FEV1-Wert vom alters-, geschlechts- und größenabhängigen Sollwert des Patienten abweicht.

Schweregrad Charakteristika
I: Leichtgradige COPD Die Lungenfunktion weicht um bis zu 20 % vom ­Normalwert ab. Meist hat der Patient Husten und ­Auswurf, spürt aber noch keine Atemnot bei körperlicher An­strengung.
II: Mittelgradige COPD Der FEV1-Wert liegt zwischen 50 und 80 % des Sollwerts. In diesem Stadium nehmen Husten und Auswurf zu; bei Belastung leiden die Betroffenen meist unter Luftnot.
III: Schwere COPD Ein FEV1-Wert von 30 bis 50 % des Sollwerts zeigt bereits eine ausgeprägte Verengung der Atemwege. Besonders in höherem Lebensalter korreliert das Ausmaß der ­Lungenfunktionseinbußen aber nicht immer mit der Schwere der Symptome.
IV: Sehr schwere COPD Der FEV1-Wert beträgt nur noch höchstens 30 % des ­Normalwerts. Auch Patienten mit FEV1 < 50 % gehören in diese Gruppe, wenn bei ihnen ein chronischer ­Sauerstoffmangel im Blut vorliegt (respiratorische ­Insuffizienz). Akute Exazerbationen sind in diesem ­Stadium lebensbedrohlich.

Schweregrade der COPD (nach Global Initiative for Obstructive Lung Disease, GOLD)


Abschied von der Zigarette

Nach dem Schweregrad der COPD und der Häufigkeit von Exazerbationen richtet sich dann die Therapie der Erkrankung. Eine kausale Behandlung gibt es bislang allerdings nicht: Alle ­Interventionen beschränken sich da­­rauf, den Krankheitsfortschritt zu bremsen, die Beschwerden zu lindern und die ­Lebensqualität zu verbessern. Die wichtigste Therapiemaßnahme ­ist zunächst der Verzicht aufs Rauchen. Studien zeigen, dass die Nicotinabstinenz den jährlichen Verlust der Lungenfunktion in etwa halbiert. Auch die Zahl von Exazerbationen und Krankenhauseinweisungen sinkt deutlich. Im Schnitt leben COPD-Patienten, die der Zigarette abschwören, fünf bis zehn Jahre länger. Bei der Tabakentwöhnung können Nicotinpflaster, -kaugummis oder -tabletten aus der Apotheke helfen. Auch das ursprünglich als Antidepressivum entwickelte Bupropion ­(Zyban®, Rp) sowie der Wirkstoff Vareni­clin (Champix®, Rp) unterstützen die Raucherentwöhnung. Ab­gesehen vom Rauchen sollten COPD-Patienten auch alle anderen lungen­belastenden Schadstoffe meiden – ­beispielsweise Feinstaub am Arbeitsplatz oder Verkehrsabgase.


Training verlängert Leben

Ein wesentlicher Teil der Therapie ist auch körperliche Aktivität. Zahlreiche Studien belegen, dass Sport bei COPD aller Schweregrade die Verschlechterung bremst, Krankenhaustage reduziert, die Leistungsfähigkeit steigert und die Lebensqualität verbessert. ­Bewährt hat sich insbesondere ein Intervalltraining mit kurzer, aber hoher ­Belastungsintensität und längeren ­Erholungspausen. Auch der positive ­Effekt von Krafttraining ist gut untersucht. Menschen, die bislang wenig oder gar keinen Sport getrieben haben, profitieren aber sogar schon von einer Viertelstunde Spazierengehen täglich. In vielen Städten gibt es Lungensportgruppen, die ein speziell an die Bedürfnisse von COPD-Patienten angepasstes Training anbieten. Wer aus Angst vor Atemnot jegliche Anstrengung vermeidet, leistet dagegen dem weiteren Abbau der Lungenfunktion Vorschub. Auch die Neigung zu Depressionen wird durch Inaktivität gefördert.

Um das Risiko von Exazerbationen zu verringern, empfiehlt die Nationale Versorgungsleitlinie zudem eine jährliche Grippeschutzimpfung für alle COPD-Patienten. Eine Pneumokokkenimpfung, die gleichzeitig mit der Influenza-Impfung erfolgen kann, ist ebenso sinnvoll.

In einer Patientenschulung lernen Betroffene, mit COPD richtig umzugehen: Sie trainieren beispielsweise Atem­techniken und Körperhaltungen, um Atemnot und Überblähung zu lindern. Oft wird eine solche Patientenschulung im Rahmen einer stationären pneumologischen Rehabilitation durch­geführt. Diese umfasst unter anderem auch Maßnahmen zur Tabakentwöhnung, Physiotherapie, Sportprogramme, Ernährungsberatung und eine Optimierung der Pharmakotherapie. Eine solche Reha-Verordnung sollte der Arzt insbesondere nach Krankenhausaufenthalten oder bei unzureichendem ambulanten Therapieerfolg erwägen, raten die Leitlinienautoren.

Medikamente bei COPD

Zur Behandlung der COPD steht eine breite Palette ­an Wirkstoffen zur Verfügung. Meist ­werden sie in inhalativer Form eingesetzt – einige nur bei Bedarf, andere in Dauertherapie. Entscheidend für deren ­Effektivität ist, dass der Patient die richtige Inhalationstechnik für das ­jeweilige Gerät beherrscht. Dabei können PTA und Apotheker helfen. Denn oft gelangt zu wenig Wirkstoff in die Bronchien, weil der Anwender etwa nicht aus­reichend kräftig einatmet oder den Inhalator nicht korrekt hält und auslöst.

Bei einer gering- oder mittelgradigen COPD kommen in erster Linie bronchien­erweiternde Medikamente zum Einsatz, sogenannte Bronchodilatatoren. Zur regelmäßigen Dauertherapie ­setzen Patienten lang wirksame Muscarinrezeptor-Antagonisten (LAMA; Anticholinergika), zum Beispiel Tiotropium, Aclidinium oder Glycopyrronium ein, sowie lang wirksame β2-Sympatho­mimetika (LABA),­ zum Beispiel Indacaterol und Vilanterol, sowie das Methylxanthin Theophyllin. Kurz wirksame Anticholinergika wie Ipratropiumbromid und β2-Agonisten (Fenoterol, Salbutamol) eignen sich als Bedarfsmedikation. Einige Wirkstoffe sind auch als fixe Kombinations­präparate erhältlich.

Zum Abhusten von festsitzendem Bronchialschleim können Mucolytika wie N-Acetylcystein oder Ambroxol ­eingesetzt werden. Inhalative Cortico­steroide sind – im Gegensatz zur Asthma-Therapie – nach den derzeitigen Leit­linien nur im fortgeschrittenen Stadium bei Patienten mit wiederkehrenden Exazerbationen indiziert. Neue Studien deuten allerdings darauf hin, dass eine Kombination von Bronchodilatatoren in vielen Fällen wirksamer ist. Glucocorticoide werden aufgrund ihrer antientzündlichen Wirkung auch bei akuten Exazerbationen eingesetzt.

Eine recht neue Wirkstoffklasse stellen die entzündungshemmenden Phosphodiesterase-4-Hemmer dar. Als erster Vertreter kam 2010 Roflumilast (Daxas®) auf den Markt. Es wird bei schwerer und sehr schwerer COPD in Dauermedikation eingesetzt. Bis eine spürbare Wirkung eintritt, kann es einige Wochen dauern.

Bei Patienten im COPD-Stadium IV mit chronischem Sauerstoffmangel ­­im Blut ist eine Sauerstofflangzeit­therapie erforderlich. Über eine »Nasen­brille« erhält der Patient kontinuierlich Sauerstoff, um die Atemmuskulatur zu entlasten und den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. In der Regel muss er die Brille mindestens 16 Stunden pro Tag tragen. So kann eine Schädigung des Herzens durch die ständige Überlastung vermieden und die körperliche Leistungsfähigkeit wieder verbessert werden. Unter Umständen ist zusätzlich eine Heimbeatmung über eine Maske sinnvoll.

Letzte Maßnahme OP

Reichen all diese Behandlungsmaßnahmen nicht aus, kommt für manche schwerkranke COPD-Patienten auch ein operativer Eingriff in Betracht. Bei der sogenannten Bullektomie entfernt der Chirurg Blasen in der Lunge, die sich in Folge eines Lungenemphysems gebildet haben und die Atmung behindern. Die endoskopische Lungenvolumenreduktion hat das Ziel, die Überblähung zu mindern. Dafür setzt der Arzt in die geschädigten Lungenbe­reiche kleine Ventile oder Drahtspiralen (Coils) ein, die die elastische Vorspannung der Lunge verbessern sollen. Als letzte Behandlungsmöglichkeit bleibt manchen Patienten nur eine Lungentransplantation.

So weit will es Rainer F. nicht kommen lassen. Seitdem er dem Rauchen abgeschworen hat, freut er sich über relativ stabile Lungenfunktionswerte. Dafür tut der 62-Jährige allerdings auch einiges: Mit seinem E-Bike unternimmt er regelmäßig Radtouren in die Berge, im Winter trainiert er seine Kraftausdauer im Fitnessstudio. Wenn er merkt, dass es ihm schlechter geht, kann er mit den verschriebenen Medikamenten rechtzeitig gegensteuern. Er hat gelernt, mit den Einschränkungen durch seine chronische Lungenkrankheit zu leben. »Wichtig ist, dass man sich nicht an seiner früheren Leistungsfähigkeit orientiert«, sagt er. »Ich muss heute viel häufiger Pausen einlegen, damit meine Lunge nicht überbläht. Aber ohne Sport würde es mir viel schlechter gehen. Das bestätigt mir mein Arzt immer wieder.« /

Weitere Infos

Lungensportgruppen: www.lungensport.org

Selbsthilfegruppen: www.lungenemphysem-copd.de

Selbsthilfegruppen für Sauerstofflangzeittherapie: www.sauerstoffliga.de

Informationsportal für Angehörige: www.copd.bplaced.net

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