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Kaugummi-Schnelltest zur Diagnose

08.09.2017  11:54 Uhr

Ein Kaugummi, der auf bestimmte Stoffe im Speichel mit einem Geschmackswechsel reagiert, könnte in Zukunft als Frühwarnsystem für Entzündungen im Mund eingesetzt werden. Eine Arbeitsgruppe um Professor Dr. Lorenz Meinel von der Universität Würzburg hat das Diagnostikum entwickelt und im Labor erfolgreich getestet.

Der Kaugummi enthält eine bitter schmeckende Substanz, die über einen Linker an Mikropartikel gebunden ist. In diesem Zustand ist die Verbindung geschmacksneutral. Wird der Linker von einer Matrix-Metalloproteinase (MMP) gespalten, kommt es zur Freisetzung des Bitterstoffs. Der Kaugummi reagiert auf MMP-8, ein Enzym, das bei Entzündungen in der Mundhöhle hochreguliert ist.

Um zu testen, ob eine Entzündung vorliegt, muss der Kaugummi wenige Minuten gekaut werden. Bemerkt der Patient einen bitteren Geschmack, ist er angehalten, seinen Zahnarzt aufzusuchen. Entsprechende Diagnostik-Kaugummis könnten auch für verschiedene andere Erreger ent­wickelt werden. Hierfür müsste lediglich der Linker angepasst werden. (PZ/am)