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Arzneipflanzenporträt

Königskerze

Großblütige Königskerze, Verbascum densiflorum
Familie der Braunwurzgewächse, früher Rachenblütler genannt (Scrophulariaceae)
Weitere Namen: Wollblume, Fackelblume, Brennkraut, Himmelskerze, Wetterkerze
Annette Immel-Sehr
08.09.2017
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Merkmale

  • zweijährige, bis zu 2 m hohe Pflanze
  • filzig behaarte Blätter in einer grundständigen Rosette sowie gegenständig am Stängel
  • gelbe, leicht asymmetrische Blüten gebüschelt stehend in Ährentrauben
  • Einzelblüten etwa 3 bis 5 cm groß
  • fünf Blütenblätter
  • untere Blütenblätter außen feinwollig behaart
  • drei auffällig behaarte kurz gestielte Staubblätter, zwei lang gestielte kahle Staubblätter
  • Blütezeit Juli bis September
  • im Herbst braune Kapsel mit feinen Samen

Heimat

Mittel-, Ost- und Südeuropa, Kleinasien, Nordafrika

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete Blütenblätter und Staubblätter (Verbasci flos)
  • Laut Europäischem Arzneibuch dürfen auch die Blüten der Filzigen Königskerze (Verbascum phlomoides) und der Echten oder Klein­blütigen Königskerze (Verbascum thapsus) verwendet werden.
  • Kulturen in Ägypten, Bulgarien und Tschechien

Inhaltsstoffe

  • Triterpensaponine, darunter Verbascosaponin
  • Schleimstoffe
  • Iridoidglykoside, wie Aucubin und Catalpol
  • Flavonoide, vorwiegend Rutin und Hesperidin
  • Phenolcarbonsäuren

Medizinische Anwendung

Zur Linderung von Husten und Halsschmerzen bei banaler Erkältung

Empfohlene Dosierung

3 bis 4 Mal täglich eine Tasse warmen Tee

Nebenwirkungen

Keine bekannt

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Zubereitung

1,5 bis 2 g fein zerschnittene Königskerzenblüten (Woll­blumen) mit circa 150 ml kochendem Wasser übergießen, nach 10 bis 15 min abseihen.

Oder: Aufguss mit kaltem Wasser ansetzen, nach zwei Stunden abseihen und kurz aufkochen. Diese Zubereitungsart erhöht den Schleimstoff-Gehalt im Tee.

Abgabehinweis

Tee vor dem Trinken abseihen, um die Härchen der Staub- und Kelchblätter zu entfernen. Diese könnten ansonsten den Rachen und die Verdauungswege reizen.

Schon gewusst?

Im Mittelalter tauchten die Menschen die Stängel der Königskerze in Pech oder Harz und nutzten diese als lang brennende Fackeln.

In Bayern bildet die Königskerze traditionell den auffälligsten Teil des Kräuterbuschens, der aus verschiedenen Heilpflanzen besteht und an Mariä Himmelfahrt (15. August) in der Kirche geweiht wird. Der Buschen diente vielen Bauern früher als kleine Hausapotheke, zum Beispiel mischten sie Teile des Buschens krankem Vieh ins Futter.

Präparate (Beispiele)

Kombi-Präparat: Antall® Liquidsticks (Eibisch, Isländisch Moos, Königskerze), homöopathische Zubereitungen