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Früherkennung rettet Menschenleben

26.09.2016
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Von Annette Immel-Sehr / Mehr als 10 000 Menschen nehmen sich in Deutschland jedes Jahr das Leben. »Be­sonders besorgniserregend ist, dass auf jeden vollendeten Suizid rund zehn Suizidversuche kommen«, berichtete die Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e.V. (DGPPN) Dr. Iris Hauth anlässlich des Welttages zur Suizidprävention.

Vor allem ältere Menschen sind suizidgefährdet: Jede zweite Frau, die sich das Leben nimmt, ist älter als 60 Jahre. Auch bei den Männern steigt die Zahl der vollzogenen Suizide ab dem mittleren Lebensalter deutlich an. Alte Männer sind sogar eine Hochrisikogruppe.

Ganz unabhängig von Alter und Geschlecht gilt: Bis zu 90 Prozent der Suizidopfer leiden an psychischen Erkrankungen, für die es effektive Behandlungs­methoden gibt. Deshalb forderte Hauth, für psychisch erkrankte Menschen müssten unabhängig von ihrem Wohnort passgenaue Versorgungsangebote bereitstehen. Ein besonderes ­Augenmerk liege dabei auf der Früherkennung von Depressionen, Sucht­erkran­kungen und Schizophrenie. Hier fordert die ­DGPPN nicht nur mehr Achtsamkeit von Fachärzten und Psychotherapeuten, sondern auch von weiteren Berufsgruppen, die Kontakt mit Betroffenen haben ­– folglich auch von PTA und Apothekern. /