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Leseratten leben länger

26.09.2016  11:29 Uhr

Von Elke Wolf / Gute Nachricht für alle Bücher-Fans: Häufiges Lesen verlängert das ­Leben. Bereits 30 Minuten am Tag reichen dafür aus. Allerdings spielt für den positiven Effekt auch die Art des Lesestoffs eine Rolle. Das hat ein Forscherteam der Yale University herausgefunden, das für seine Studie über einen Zeitraum von zwölf Jahren die Daten von 3635 Über-50-jährigen auswertete und die Ergebnisse im Fachjournal »Social Science & Medicine« veröffentlichte.

Die Teilnehmer wurden entsprechend ihrer Lesegewohnheiten in drei Gruppen aufgeteilt: Nichtleser, Menschen, die wöchentlich bis zu 3,5 Stunden lasen, und Vielleser, die mehr als 3,5 Stunden pro Woche schmökerten.

Das Ergebnis der Wissenschaftler um Professor Dr. Becca R. Levy: Wer mehr als 3,5 Stunden pro Woche las, verringerte seine Wahrscheinlichkeit, in den kommenden zwölf Jahren zu sterben, um etwa 23 Prozent. Bei den Teilnehmern, die bis zu 3,5 Stunden wöchentlich lasen, fanden die Forscher ein um bis zu 17 Prozent ge­ringeres Sterberisiko. Das heißt: Im Verlauf der zwölfjährigen Studie lebten die ­lesenden Probanden im Schnitt zwei Jahre länger. Bei Zeitschriftenlesern ergaben sich die lebensverlängernden Effekte erst ab einer Lesestunde am Tag. Zudem errechneten die Experten: Der Effekt war unabhängig von Faktoren wie Geschlecht, Bildungsstand, Einkommen sowie dem allgemeinen Gesundheitszustand der Teilnehmer.

Die Forscher vermuten, dass die lebensverlängernde Wirkung des Lesens auf einer kognitiven Stimulation beruht. Bei einem Buch lässt sich der Leser tiefer auf den Inhalt ein, als dies bei Zeitungen der Fall ist. /