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Darmbakterien unter Verdacht

28.09.2017
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Von Caroline Wendt / Darmbakterien von Patienten mit Multipler Sklerose (MS) können bei Mäusen, deren Genausstattung derart verändert wurde, dass sie zu Autoimmunreaktionen neigen, MS-ähnliche Symptome auslösen. Das be­richtet das Max-Planck-Institut für Neurobiologie (MPIN) in Martinsried.

Wissenschaftler untersuchten die Darmflora von insgesamt 50 eineiigen Zwillingspaaren. Ein Zwilling war jeweils an MS erkrankt, der andere gesund. Wie die Forscher feststellten, unter­schied sich die Darmflora der Geschwis­ter. »Richtig spannend wurde es jedoch, als wir keimfrei gehaltene, genetisch veränderte Mäuse mit den jeweiligen Mikrobiomen der Zwillinge impften«, sagte Dr. Gurumoorthy Krishna­moorthy vom MPIN in der Presse­mitteilung. Tiere, welche die Bakterien des an MS erkrankten Zwillings er­halten hatten, entwickelten in fast 100 Prozent der Fälle eine MS-ähnliche Hirnentzündung. Noch ist allerdings nicht klar, welche Bakterien­stämme dafür verantwortlich sind und welche Diagnose- und Therapieoptionen sich daraus ergeben können. /