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Mehl bleibt frei von Folsäure

28.09.2017  13:55 Uhr

Wenn Frauen in der frühen Schwangerschaft nicht ausreichend mit Folsäure versorgt sind, kann sich beim Kind ein Neuralrohrdefekt ausprägen. Um das Risiko für diese Fehlbildung zu senken, wird Frauen mit Kinderwunsch eine tägliche Supplementation von 400 μg Folsäure empfohlen.

Doch nur ein Teil der Frauen setzt die Empfehlung um. Um die Rate der Missbildungen weiter zu senken, wird seit Jahren diskutiert, flächendeckend Mehl mit Folsäure anzureichern. In den USA und Kanada, die dies bereits praktizieren, sank seither die Zahl von Neuralrohrdefekten. Eine Mehlanreicherung erhöht jedoch die Folsäurezufuhr aller Bevölkerungsgruppen – nicht nur die der jungen Frauen. Das sehen Experten kritisch. In einer aktuellen Stellungnahme lehnt das Bundesinstitut für Risikobewertung eine flächendeckende Mehlanreicherung ab. Erstens sei die Mehrheit der Bevölkerung sehr gut mit Folsäure versorgt. Und zweitens berge ein Zuviel des B-Vitamins Risiken. Studien weisen darauf hin, dass eine vermehrte Aufnahme von Folsäure unter bestimmten Bedingungen das Krebsrisiko erhöht. Auch wurde bei älteren Personen, besonders bei geringem Vitamin-B12-Status, eine Beeinträchtigung kognitiver Funktionen durch hohe Folsäureaufnahmen beziehungs­weise einen hohen Folatstatus ­beobachtet. (ais)