PTA-Forum online
Arzneipflanzenporträt

Beinwell

Symphytum officinale L. Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) Weitere Namen: Wallwurz, Beinwurz, Schmerzwurz, englisch: Comfrey
Annette Immel-Sehr
09.10.2018
Datenschutz

Merkmale

  • mehrjährige, bis zu 1,5 m hohe Staude
  • etwa 30 cm lange, außen schwarz gefärbte Pfahlwurzel
  • verzweigter, stark borstig behaarter Stängel
  • Blätter eiförmig-lanzettlich, lang zugespitzt
  • obere Blätter verschmälern sich zu weit am Stängel ­herablaufendem, geflügelten Blattstiel
  • rau behaarte Blattnerven
  • purpurrote oder rotviolette (auch gelbweißliche), glockige, ­nickende Blüten in den Achseln der oberen Blätter
  • Kronblätter bilden außen stark behaarte Röhre
  • Blütezeit Mai bis Juli
  • Klausenfrüchte mit 4 eiförmigen Teilfrüchten

Heimat

Europa, Asien

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete Wurzel (Symphyti radix)
  • getrocknetes Kraut von S. x uplandicum Nym. (Symphyti herba)

Inhaltsstoffe

  • Kaffeesäurederivate (unter anderem Rosmarinsäure)
  • Gerbstoffe
  • Schleimstoffe
  • Allantoin
  • Pyrrolizidinalkaloide

Medizinische Anwendung

Beinwellwurzel:
traditionelles pflanzliches Arzneimittel laut HMPC- Mono­graphie

  • äußerlich bei Verstauchungen und leichten Prellungen, bei Schmerzen und Schwellungen von Muskeln und Gelenken;
  • außerdem bei Gelenkarthrose, akuten Rücken­schmerzen, Muskelzerrungen, Prellungen und Ver­stauchungen, bei Epikondylentzündungen, Sehnen­scheidenentzündung und ­Periarthritis (ESCOP), 
  • schmerzhafte Muskel- und Gelenkbeschwerden, Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen sowie lokale Durchblutungs­förderung (klinische Studien)

Beinwellkraut:

  • Prellungen und Verstauchungen, Muskel- und Gelenk­schmerzen infolge stumpfer Verletzungen (klinische Studie)

Empfohlene Dosierung

Um Wirksamkeit und Unbedenklichkeit zu gewährleisten, sollten Beinwellwurzel und Beinwellkraut in Form von Fertig­­­arzneimitteln angewendet werden; Dosierung laut Packungsbeilage

Nebenwirkungen

Sehr selten allergische Reaktionen

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Abgabehinweis

Nur auf intakter Haut auftragen
Beinwellzubereitungen sollten während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht angewendet werden, da keine Untersuchungen zur Unbedenklichkeit vorliegen. Dies gilt auch für die Anwendung bei Kindern unter 3 Jahren. Aus Beinwell-Extrakten in Fertigarzneimitteln wurden lebertoxische Pyrrolizidine eliminiert. Für solche Produkte besteht keine Beschränkung in der Anwendungsdauer.

Vielversprechender Name
Wie bei vielen anderen Heilpflanzen deutet auch bei Beinwell der Name bereits auf die medizinische Verwendung hin. Als »Bein« wurden früher Knochen jeder Art bezeichnet. Als Beispiel mag das Schlüsselbein dienen. »Well« leitet sich vom alten deutschen Verb »wallen« ab, was so viel wie »Zusammen­wachsen oder heil werden« von Wunden oder Knochen bedeutet.

Präparate

Beispiele für Monopräparate

  • Beinwell-Balsam Dreluso (Beinwellwurzel)
  • Kytta® Geruchsneutral Creme (Beinwellwurzel)
  • Kytta® Schmerzsalbe (Beinwellwurzel)
  • Traumaplant® Schmerzcreme (Beinwellkraut)

Beispiele für Kombipräparate

  • Kytta® Wärmebalsam (Beinwellwurzel)
  • Immortelle-Beinwell Salbe (Beinwellwurzel)