PTA-Forum online
Rückblick

Der Bundesverband auf der Expopharm

28.10.2016  11:35 Uhr

Von Bettina Schwarz / Unzählige interessierte PTA, erfolgreiche Gespräche mit den Besuchern und viele neue Impulse für die Verbandsarbeit – das ist die durchweg positive Bilanz des BVpta nach der Expopharm 2016 im Oktober.

Auf der diesjährigen Expopharm in München vom 12. bis 15. Oktober war der Bundesverband Pharmazeutisch-technischer AssistentInnen (BVpta) wie jedes Jahr mit dabei. Besonders erfreulich in diesem Jahr war die große Zahl an PTA unter den Messebesuchern, die sich während ihres Aufenthalts auch am Stand ihrer starken Interessen­vertretung, dem BVpta, einfanden.

Dort erwarteten sie aktuelle Verbandsnachrichten, interessante Fortbildungsangebote und ausführliche Informationsmaterialien rund um den PTA-Beruf. Im persön­lichen Gespräch wurden insbesondere die­jenigen PTA, die noch nicht BVpta-Mitglied waren, über die wichtigen Ziele aufgeklärt, die der Verband im Interesse des gesamten Berufsstands der PTA verfolgt.

Aber auch mit Vertretern anderer Organisationen und Institutionen sowie Partnern aus der Pharmaindustrie konnten die Vertreterinnen des Berufsverbands zahlreiche Gespräche führen. Aus diesem persönlichen Gedankenaustausch zu Themen rund um die Apotheke wurden viele Impulse generiert, über die der Verband in den kommenden Wochen diskutieren wird. Zudem verfolgten die BVpta-Vertreterinnen auf dem Apothekertag die Diskussionen rund um die Berufspolitik.

Der BVpta hatte auch in diesem Jahr am Messestand etwas Besonderes vorbereitet: Bei einer Videoaktion waren die PTA aufgerufen, vor der Kamera ein persönliches Statement zu ihrem Beruf abzugeben. Das Ergebnis: ein buntes Spektrum an begeisterten, teils nachdenklichen oder überraschenden Kommentaren zum PTA-Beruf. Ein Teil der Videos wird in Kürze auf dem Internetportal des BVpta beziehungsweise auf YouTube zu sehen sein.

Alles in allem waren die Tage in München eindrucksvoll und erfolgreich. Der BVpta freut sich auf die nächste Messe! /

Jetzt politisch handeln!

Kommentar von Sabine Pfeiffer / Eine schallende Ohrfeige erhielten am 19. Oktober alle, die sich in Deutschland für eine sichere Versorgung mit Medikamenten und für Arzneimitteltherapiesicherheit einsetzen. Mit ihrem Urteil zur Freigabe von Skonti und Rabatten auf rezeptpflichtige Arzneimittel haben die fünf Luxemburger Richter den erst kürzlich bekräftigten Willen der Bundesregierung ignoriert und einem eindeutigen Urteil des gemeinsamen Senats der obersten Bundesgerichte widersprochen.

Besonders zynisch – besser gesagt völlig absurd – ist die Urteilsbegründung. Der EuGH sah es als Wettbewerbsnachteil für die Versender an, dass sie keine direkte Beratung und keinen Notdienst leisten können. Dass wir in den Apotheken vor Ort dies tun (wollen und müssen!), sei dagegen unser Wettbewerbsvorteil. Daher ist es nach Ansicht der europäischen Richter auch schlüssig, dass Patienten dafür Geld bekommen, wenn sie auf diese für die Apotheken kostenintensive Leistung zum Nutzen ihrer Gesundheit verzichten. Es ist wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten »Kunden« sich bei uns beraten lassen, bevor sie dann im Internet mit ihrer Bestellung zu Lasten der Krankenkassen Geld verdienen.

Mit diesem Urteil hat anscheinend niemand der Verantwortlichen gerechnet: weder die ABDA, noch die Parteien, noch die Bundesregierung. Verloren ist aber (noch) nichts. Denn in Deutschland gilt das Rabattverbot weiterhin. Versandapotheken hierzulande wollen dies zwar jetzt geändert wissen. Das ist aber der falsche Weg.

Die ausländischen Versandhändler haben mit ihrer Klage ihr Geschäftsmodell noch einmal völlig klar gemacht: Sie wollen mit dem geringstmöglichen Aufwand möglichst viel Geld verdienen. Wenn unser Gesetzgeber weiterhin eine hochwertige Arzneimittelversorgung mit höchstem Patientenschutz will, hat er jetzt nur eine Alternative: Er muss den Versandhandel mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln wieder verbieten. Das hat der EuGH ausdrücklich erlaubt und das kann auch schnell umgesetzt werden. Denn aktuell ist das Arzneimittelversorgungsstärkungsgesetz in der politischen Diskussion. Hier kann Deutschland die einzig passende Antwort auf das Urteil aus Luxemburg geben. /