PTA-Forum online

Rauchen hinterlässt molekularen Fingerabdruck

28.10.2016  11:36 Uhr

Zigarettenrauch schadet nicht nur der Lunge, sondern kann auch die Gene verändern. Im Rahmen einer großen inter­nationalen Studie werteten Wissenschaftler Blutproben von insgesamt fast 16 000 Rauchern, Ex-Rauchern und Nichtrauchern aus.

Im Fokus der Untersuchungen standen sogenannte epigene­tische Unterschiede, das sind Veränderungen, die nicht die Abfolge der genetischen Bausteine selbst sondern deren Umgebung betreffen. Epigenetische Veränderungen können die Aktivität der Gene steigern oder vermindern.

Die Studie ergab, dass Rauchen eine Art Fingerabdruck auf den Genen hinterlässt, der noch Jahre später nachzuweisen ist. Rauchen hatte etwa jedes zwanzigste Gen verändert, darunter zahlreiche Gene, die bei Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Entzündungen eine Rolle spielen. Die Forscher stellten fest, dass manche Muster bei den Rauchern noch 30 Jahre nach dem Rauchstopp nachweisbar waren. Das war allerdings nicht die Regel. Fünf Jahre nach dem Rauchstopp hatten sich zahlreiche Muster wieder dem Zustand von Nichtrauchern angenähert. Tabakentwöhnung ist also auch für langjährige Raucher noch sinnvoll. (ais)