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Arzneipflanzenporträt

Eukalyptusbaum

Eucalyptus globulus L.
Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae)
Annette Immel-Sehr
01.11.2017
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Merkmale

Bis zu 60 m hoher Baum mit silbergrauer, warziger Rinde und gedrehtem Stamm; bei jungen Bäumen oval-herzförmige Blätter, bei alten sichelförmige ledrig-harte Blätter; Blütenknospe in silbriger Kapsel, deren Deckel beim Erblühen abspringt; große w eiße Blüten mit langen Staubblättern; im Herbst schält sich die Borke ab, die Blätter bleiben am Baum.

Heimat

Subtropischer Regenwald Südaustraliens und Tasmaniens

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

Getrocknete Blätter (Eucalypti folium);

Droge stammt weitgehend aus Spanien, Marokko und Russland.

Zudem im Europäischen Arzneibuch (Ph. Eur.): Eukalyptusöl (Eucalypti aetheroleum); das Öl wird durch eine Wasserdampf­destillation aus den Blättern gewonnen.

Inhaltsstoffe

Ätherisches Öl (Hauptbestandteil 1,8-Cineol), außerdem Euglobale und Macrocarpale

Anerkannte medizinische Anwendung

Eukalyptusöl: Erkältungskrankheiten der Luftwege (innerliche und äußerliche Anwendung); rheumatische Beschwerden (äußerliche Anwendung)

Empfohlene Dosierung

Innerliche Einnahme: Tagesdosis 0,3–0,6 g Eukalyptusöl, am besten in magensaftresistenten Weichgelatinekapseln

Inhalation: 8 Tropfen Eukalyptusöl auf kochendes Wasser geben, etwas abkühlen lassen, dreimal täglich inhalieren

Badezusatz: 5 g Öl (Erwachsene) beziehungsweise 3 g Öl (ältere Kinder) in ein Vollbad (35–38°C) geben und 10 bis 20 Minuten darin baden

Nebenwirkungen

Selten Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Durchfälle

Wechselwirkungen

Cineol aktiviert Cytochrom-P450-Enzyme in der Leber. Ob beim Menschen relevante Wechselwirkungen mit anderen Arzneistoffen auftreten, ist nicht abschließend geklärt.

Zubereitung

Eukalyptusblätter eignen sich wegen ihrer Härte und Ledrigkeit nicht für einen Teeaufguss.

Abgabehinweis

Bei Säuglingen und Kleinkindern ist im Umgang mit Arzneimitteln, die Eukalyptusöl enthalten, Vorsicht geboten – wegen der Gefahr eines Stimmritzenkrampfs.

Nur Präparate verwenden, die speziell für die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern ausgewiesen sind!

Schmeckt nicht jedem

Der hohe Gehalt an ätherischem Öl schützt die Eukalyptusblätter vor Tierfraß und Schädlingen. Nur der Koalabär ernährt sich ausschließlich von Eukalyptusblättern. Allerdings ist er wählerisch: Von den über 100 verschiedenen Arten von Eukalyptusbäumen kommen für den Koala fünf bis zehn in Frage. Im Gegensatz zu anderen Tieren verträgt er den hohen Gehalt an ätherischem Öl ausgesprochen gut. Für andere Tiere und auch für den Menschen wäre eine vergleichbar große Blattmahlzeit unter Umständen tödlich. Da die Blätter jedoch wenig Nährstoffe liefern, muss der Koala sie sehr gründlich zerkauen und langwierig verdauen, damit er überhaupt genügend Energie aus der Nahrung bekommt.

Beispiele für Monopräparate

  • Eukalyptusöl/Cineol
  • Aspecton® Eukaps
  • Doppelherz® Erkältungskapseln Eukalyptusöl
  • Soledum®
  • tetesept® Eukalyptusöl Kapseln Nase & Kopf

Beispiele für Kombipräparate

  • Eukalyptusöl/Cineol
  • Gelomyrtol forte®
  • Myrtol®
  • Otriven® Meerwasser mit Eukalyptus Nasenspray