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OTC-Beratungscheck

Xylometazolin

01.11.2017
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Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal sind Rhinologika mit dem vasokonstriktorisch wirksamen Xylometazolin an der Reihe.

Arzneistoffgruppe

α-Sympathomimetika

Präparate

Nasenspray, Nasentropfen

Beispiele: Hysan® Schnupfenspray, Nasic®, Olynth®, Otriven® gegen Schnupfen, Schnupfen Endrine®, Snup®

Indikation

Abschwellen der Nasenschleimhaut bei Schnupfen, allergischer Rhinitis und vaso­motorischer Rhinitis (chronischer, nicht-allergischer und nicht-infektiöser Schnupfen); zur Erleichterung des Sekret­abflusses bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen sowie bei Entzündung der Schleimhaut des Tubenmittelohrs in Verbindung mit Schnupfen

Dosierung/Anwendung

Erwachsene und Schulkinder > 6 Jahre: 0,1 % Lösung

Kleinkinder (2–6 Jahre): 0,05 %

Säuglinge und Kleinkinder (< 2 Jahre): 0,025 %

Jeweils bis zu 3x täglich 1 Sprühstoß beziehungs­weise 1 bis 2 Tropfen in jede Nasenöffnung

Nicht länger als 7 Tage anwenden

Kontraindikationen/Warnhinweise

Nicht bei trockener Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis sicca);

nicht nach operativer Entfernung der Hirnanhangsdrüse durch die Nase (transsphenoidale Hypophysektomie) oder anderen operativen Eingriffen, die die Hirnhaut freilegen;

nur nach sorgfältiger Nutzen-/Risiko-Abwägung bei:

  • erhöhtem Augeninnendruck, besonders Engwinkelglaukom
  • schweren Herz-Kreislauf- Erkrankungen
  • Patienten, die mit MAO-Hemmern und anderen potenziell blutdrucksteigernden Arzneimitteln behandelt werden
  • Phäochromozytom (hormonell aktiver Tumor des Nebennierenmarks)
  • Stoffwechselstörungen wie Hyperthyreose, Diabetes mellitus
  • Prostatahyperplasie
  • Porphyrie (Stoffwechselerkrankung mit gestörter Häm-Biosynthese)

Bei längerer Anwendung und Über­dosierung abschwellender Rhinologika kann deren Wirkung nachlassen. Bei Missbrauch kann eine reaktive Hyperämie (verstärkte Durchblutung) der Nasenschleimhaut (Rhinitis medicamentosa) oder eine Atrophie (Gewebeschwund) der Schleimhaut auftreten.

Nebenwirkungen

Häufig: Brennen oder Trockenheit der Nasenschleimhaut, Niesen

Gelegentlich: Überempfindlichkeits­reaktionen, Angioödem, Hautausschlag, Juckreiz, nach Abklingen der Wirkung verstärkte Schleimhautschwellung, Nasenbluten

Wechselwirkungen

In Kombination mit trizyklischen Antidepressiva, MAO-Hemmern vom Tranyl­cypromin-Typ und blutdruck­steigernden Arzneimitteln: Blutdruckerhöhung möglich

Schwangerschaft/Stillzeit

Keine Hinweise auf teratogene Wirkung oder fetotoxische Effekte bei normaler Dosierung. Eine indikationsgerechte, kurzzeitige Anwendung in therapeutischer Dosierung ist während der gesamten Schwangerschaft möglich.

Daten zum Übergang in die Muttermilch gibt es nicht. Wegen lokaler Anwendung und der geringen resorbierten Menge wird aber mit einem geringen Übergang in die Muttermilch gerechnet.

Bei entsprechender Indikation ist die Anwendung in üblicher Dosierung auch in der Stillzeit kurzzeitig möglich.

Hinweis: Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittelinformationen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de.