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Bluttest für Bauch­speicheldrüsenkrebs

30.10.2018
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Bauchspeicheldrüsenkrebs ist deshalb so gefährlich, weil er aufgrund seiner diffusen Symptome oft erst sehr spät entdeckt wird. Forschern aus Schweden, Dänemark und den USA ist es nun gelungen, einen Bluttest zu ent­wickeln, der Pankreaskarzinome offenbar in einem sehr frühen Stadium aufspüren kann.

»Unser Test kann Bauchspeicheldrüsenkrebs mit 96 Prozent Genauigkeit in Stadium I und II aufspüren, wenn noch die Möglichkeit eines operativen Eingriffs besteht­«, sagt Carl Borrebaeck, Professor im Fachbereich Immuntechnologie der Lund Universität. Für ein fortgeschrittenes Stadium, in dem dieser Krebs normalerweise diagnostiziert werde, gebe es derzeit keine Heilung und kaum Behandlungsmöglichkeiten, so der Forscher.

Wie die Forscher in der Fachzeitschrift Journal of Clincal­ Oncology beschreiben, besteht der Test aus einem sogenannten Antikörper-Mikroarray, einer Art Biochip, der seinerseits aus Hunderten von künstlich hergestellten Antikörper-Fragmenten besteht. Da das Immunsystem an erster Stelle steht, wenn es um die Abwehr von Krank­heiten geht, wurde der Mikroarray von den Forschern so hergestellt, dass er die frühe Reaktion des Immunsystems widerspiegelt. Dies könne Informationen über die Ent­stehung eines Tumors liefern, lange bevor dieser zum Beispiel in einem CT sichtbar werde, erläutern die Forscher. Durch die Auswahl von 29 aus diesen Hunderten von Markern­ gelang es den Wissenschaftlern, Bauchspeicheldrüsenkrebs in einem sehr frühen Stadium aufzuspüren.

Die neue Screening-Methode könnte künftig bei Menschen zum Einsatz kommen, die ein erhöhtes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs haben, so die Hoffnung der Autoren. (hh)