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Apothekernachwuchs

Klarer Mangel an Arbeits­stunden

30.10.2018
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Die Personalsituation in den Apotheken wird zunehmend ­kritischer. Das zeigt der aktuelle Apothekenklima-Index, den die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apotheker­verbände bei ­einer Pressekonferenz im Rahmen des ­Deutschen Apothekertags in München vorstellte.

»Die Einschätzung zur Personalfrage ist ein klares Anzeichen für die Zuversicht«, erklärte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt. Der Umfrage unter 500 Apothekeninhabern zufolge planen 55,7 Prozent derzeit keine Einstellungen. 42,3 Prozent suchen dagegen pharmazeutisches Personal. Das entspricht in etwa den Umfragewerten der Vorjahre. Dass es hier keine Änderung gibt, sei kein Wunder, so Schmidt, denn die Rahmenbedingungen für die tatsächlichen pharmazeutischen Tätigkeiten hätten sich nicht wesentlich geändert.

90,6 Prozent der Inhaber planen, niemanden zu entlassen. Allein vom Arbeitsaufwand her könne sich dies auch kaum eine Apotheke leisten, erklärte Schmidt. Zudem stelle sich die Frage, ob man jemand Neues bekomme. Zwar sind die Studierendenzahlen in den vergangenen vier Jahren leicht gestiegen, jedoch nicht in dem Umfang an, wie die Apotheker sich das wünschen. »Wir haben einen klaren Mangel an Stunden, wenn auch nicht an Köpfen«, so Schmidt. Deshalb müsse die Zahl der Studienplätze für Pharmazie deutlich erhöht werden.

Die jungen Apotheker hätten nicht mehr dieselben Lebensvorstellungen wie frühere Generationen. Weniger möchten in Vollzeit arbeiten oder in die Selbstständigkeit gehen. Doch 81,0 Prozent der befragten Apothekeninhaber sagen, dass keine Umwandlung von Voll- in Teilzeitstellen geplant sei (oder umgekehrt). »Das bildet die tatsächlichen Möglichkeiten ab«, so Schmidt. Mehr Vollzeitstellen setzten wirtschaftlichen Erfolg voraus – und die Bereitschaft der Mitarbeiter zur Vollzeitarbeit. »Es wird aber immer schwieriger, Mitarbeiter in Vollzeit zu finden«, sagte der ABDA-Präsident. Das Interesse an Teilzeit sei über alle Qualifikationen hinweg extrem hoch.

Unabhängig von der Stundenzahl mangle es derzeit auch bei allen pharmazeutischen Berufen an Bewerbern. Genau ein Drittel rechnet mit keinem Bewerber auf eine Apothekerstelle, 38,6 Prozent gehen von nur einer Bewerbung aus. Nur in Städten, in denen Pharmazie studiert werden kann, sehe es besser aus.

Mit einer spürbaren Erhöhung der Studienplätze rechnet Schmidt jedoch nicht in den kommenden drei bis vier Jahren. Auf Bundesebene sieht er aufgrund des föderalen Unisystems keine Chancen, die Universitäten zu mehr Studienplätzen oder gar zur Neuschaffung weiterer Studienorte zu verpflichten. Die Bundesapothekerkammer (BAK) habe die Lage in den einzelnen Kammergebieten bereits evaluiert, und die einzelnen Kammern seien in Gesprächen mit den jeweiligen Bildungsministerien. Konkrete Vorhaben zu Neugründungen gebe es derzeit seines Wissens nur in Potsdam (Brandenburg) und Bielefeld (Westfalen-Lippe). »Es gibt Institute, die Kapazitäten zur Erhöhung der Studienplätze haben«, so Schmidt. Doch werde hier knallhart nach den Kosten gefragt, die für Pharmazie relativ hoch sind. Auch die Bleibequote im Bundesland spiele eine wichtige Rolle.

»Auch bei den Pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA), die für uns völlig unverzichtbar sind, kippt es in einen Bewerbermarkt«, erklärte der ABDA-Präsident. Hier rechnen 16,6 Prozent der Inhaber mit keinem Bewerber, 35,5 Prozent mit nur einer Bewerbung und 42,1 Prozent mit zwei bis vier Interessenten.

Auch bei der Nachfolgersuche werden die Apothekeninhaber deutlich pessimistischer. 16,1 Prozent rechnen mit keinem Interessenten für ihren Betrieb, 21,0 Prozent mit nur einem. »Das hat nicht nur Auswirkungen auf den Übernahmepreis, sondern auch auf die Zahl der Arbeitsplätze«, warnte Schmidt. Der bisherige Inhaber habe hier weniger Einfluss, was mit seinen Mitarbeitern passiert. /

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