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PTA-Fortbildungstag in Ellwangen

Moderne Familienplanung

09.11.2015  13:37 Uhr

Von R. Krauß, Ellwangen / Am Dienstag, dem 13. Oktober 2015, fand zum 24. Mal die jährliche Fortbildungsveranstaltung für PTA am Kreisberufsschulzentrum Ellwangen statt. Thema der diesjährigen Veranstaltung: Verhütung – Standard und Notfall.

Dr. Sebastian Hock, Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe sowie onkologisch verantwortlicher Arzt aus Ellwangen, erläuterte den PTA nicht nur kompetent, sondern auch humorvoll und eloquent die Grundlagen moderner Familienplanung. Zunächst ging es dabei um die biologischen Grundlagen der Konzeption. Sie stellen die Basis dar, um die pharmakologischen Funktionen diverser Verhütungsmethoden verstehen zu können. Im Anschluss daran berichtete Hock über die Sicherheit und Verträglichkeit unterschiedlicher Methoden als zentrale Aspekte der Verhütung, die für die meisten Anwenderinnen im Vordergrund stehen. Der Anklang, den dieses Thema fand, zeigte sich vor allem in der abschließenden Fragerunde, die von den teilnehmenden PTA ausgiebig genutzt wurde.

Doch trotz der Vielzahl an Verhütungsmitteln kommt es allein in Deutschland jedes Jahr mehr als zwei Millionen Mal zu Verhütungspannen. Das Risiko einer Konzeption wird häufig unterschätzt, die Folgen sind ungewollte Schwangerschaften und Schwangerschaftsabbrüche.

Apothekerin Dr. Sabine Luik berichtete über die wertvollen Dienste, die die Notfallkontrazeption in solchen Fällen leisten kann. Kenntnisse über die Wirkmechanismen der Pille danach bilden dabei die Grundlage für das Verständnis der Thematik. Luik: »Die zwei zugelassenen Präparate bewirken eine Verschiebung des Eisprungs.«

Der weitverbreitete Mythos, es handle sich um Abtreibungspillen, wurde ausgeräumt. Weiterhin wurde die Notwendigkeit verdeutlicht, die Prä­parate schnellstmöglich einzunehmen. Denn hat der Eisprung bereits stattgefunden, sind sie wirkungslos. Informa­tionen über die Variation der Zyklus­länge, Ovulationswahrscheinlichkeiten und das fertile Fenster dienen dazu, das Risiko einer Empfängnis abzuschätzen. Mithilfe dieser Erläuterungen räumte die Referentin mit einem weiteren ­Mythos auf, nämlich dass das Konzeptionsrisiko nur an wenigen Zyklustagen besteht.

Nachdem nun die Pille danach im Frühjahr aus der Verschreibungspflicht entlassen wurde und erste Erfahrungsberichte vorliegen, übten die PTA zur Verbesserung ihrer Beratungskompetenz unter Anleitung von Luik an konkreten Fallbeispielen aus der Praxis. Um die Veranstaltung abzurunden, wurden zudem typische Kundenfragen zur Kontrazeption allgemein bearbeitet: Was ist wichtig bei der Einnahme der Pille auf Reisen? Welche Wechselwirkungen zwischen Kontrazeptiva und anderen Arzneimitteln sind von Bedeutung? Was ist bei der Kontrazeption in der Stillzeit zu beachten? Auch hier gab Luik engagiert und sachverständig wertvolle Beratungshinweise für die PTA.

Aufgrund der fachlich kompetenten Referenten und dem großen Anklang, den die Thematik der Kontrazeption bei den PTA fand, kann die Veranstaltung als voller Erfolg bezeichnet werden. Schlussendlich bedanken wir uns bei den Firmen HRA-Pharma und Sanacorp für ihre Unterstützung und ihr Enga­gement bei der diesjährigen Fortbildungsveranstaltung. /

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