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Diät

Nicht unbedingt weniger Fett

09.11.2015  13:37 Uhr

Von Katja Egermeier / Bislang galt fettarme Kost als der effektivste Weg, um Gewicht zu verlieren. Aber eine fettarme Ernährung bringt gegenüber anderen Diäten keinen Vorteil bei der Gewichtsreduzierung.

Das ergab eine aktuelle Metaanalyse. Für ihre Studie überprüfte ein Forscherteam um Dr. Deirdre ­Tobias vom Brigham and Women’s Hospital und der Harvard Medical School (Boston) systematisch 523 klinische Studien mit über 68 000 Teilnehmern. Diese hatten eine fettreduzierte oder eine andere Diät mindestens ein Jahr lang eingehalten beziehungsweise ihre Ernährung nicht umgestellt.

Die Teilnehmer, die sich fettreduziert ernährten, erzielten eine vergleichsweise geringe Gewichtsabnahme. Tatsächlich erwies sich die Low-Fat-Diät nur gegenüber der Normalkost als überlegen. Hier betrug der Unterschied beim Gewichtsverlust durchschnittlich 5,41 kg. Im Hinblick auf eine kohlenhydratarme Kost war sie dagegen, wenn auch nur geringfügig, unterlegen: Die Low-Carb-Gruppe verlor im Durchschnitt 1,15 kg mehr. Sogar Diäten mit einem höheren Fettanteil hätten eher zu einer größeren Gewichtsabnahme geführt als die Low-Fat-Diät, so die Autoren.

Das allgegenwärtige Dogma, dass man Fett aus seiner Ernährung streichen müsse, um Gewicht zu verlieren, habe also ­keinen Bestand, so Tobias. »Wir müssen von der Diskussion über Fett, Kohlenhydrate und Eiweiß zu ­Essgewohnheiten, Vollwertkost und Portionsgrößen übergehen.« Seniorautor Professor Dr. Frank Hu von der T. H. Chan School of Public Health in Boston sieht den Schlüssel des Erfolges darin, eine Diät langfristig durchzuhalten. Um das zu sichern, sei es sinnvoller, die Ernährung auf das kulturelle Umfeld und die persönlichen Ernährungsvorlieben zuzuschneiden. »Die Daten zeigen, dass ein klinisch bedeutsamer Gewichtsverlust mit einer Vielzahl von Ernährungsweisen erreicht werden kann.« /

Quelle: The Lancet Diabetes & Endocrinology