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Organspendeausweis

Entscheiden und ausfüllen

14.11.2016
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Von Verena Arzbach / Das Thema Organ- und Gewebespende wird in Deutschland zwar überwiegend positiv bewertet, doch ein Großteil der Deutschen besitzt keinen Organspende- ausweis. Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) haben daher eine neue Informationskampagne ins Leben gerufen, die die Menschen ermuntern soll, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und ihre Entscheidung zu dokumentieren.

81 Prozent der Bevölkerung stehen laut einer bundesweiten repräsentativen Befragung der BZgA im Januar und Februar 2016 dem Thema Organspende prinzipiell aufgeschlossen gegenüber. 58 Prozent der rund 4000 Befragten im Alter von 14 bis 75 Jahren haben bereits eine Entscheidung für oder gegen die Organspende getroffen, allerdings hat nur knapp ein Drittel dies auch in ­einem Spenderausweis dokumentiert.

Bei den meisten fiel die Entscheidung zugunsten einer Spende aus: 74 Prozent der Personen, die eine Entscheidung getroffen haben, stimmen einer Organ- und Gewebespende nach dem Tod zu, 18 Prozent widersprechen generell. Befragt nach den Motiven für eine Organ- und Gewebespende gab mehr als drei Viertel der Befragten an, anderen Menschen helfen zu wollen.

27 Prozent der Befragten lehnen eine Organ- und Gewebespende ab, weil sie glauben, als Spender nicht geeignet zu sein. Ein Fünftel empfindet Angst und Unsicherheit gegenüber der Organentnahme und 19 Prozent nannten fehlendes Vertrauen in das Organspendesystem als Grund. 42 Prozent der noch unschlüssigen Personen gaben an, dass sie sich noch nicht oder zu wenig mit dem Thema beschäftigt hätten.

Die neue Informationskampagne will genau das erreichen: Sie soll die Deutschen dazu bewegen, sich mit dem Thema Organ- und Gewebespende auseinanderzusetzen. Die Plakate und Anzeigen zeigen alltägliche Kleidungsstücke wie Hemd, Hose und Kleid, die aus dem Organspendeausweis gefaltet sind. Die Motive sollen verdeutlichen, dass ein Spenderausweis zum alltäglichen Leben ­gehört wie ein normales Kleidungsstück. Schriftlich festzuhalten, ob man einer Organ- und Gewebespende zustimmt oder nicht und den Ausweis anschließend bei sich zu tragen, soll laut BZgA selbstverständlich sein.

Dr. Heidrun Thaiss, die Leiterin der BZgA, betonte in einer Pressemitteilung: »Nach wie vor wissen viele Menschen nicht, dass man im Organspendeausweis mehrere Optionen dokumentieren kann.« Es sei möglich, sich generell für eine Organ- und Gewebespende auszusprechen, man könne die Spende auch auf bestimmte Or­gane oder Gewebe beschränken oder eine Spende ganz ausschließen. »Wie auch immer die eigene Entscheidung ausfällt, wichtig ist, diese zu dokumentieren, am besten in einem Organspendeausweis«, so Thaiss.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe wies zum Start der Kampagne darauf hin, dass in Deutschland mehr als 10 000 Menschen auf ein Spenderorgan warten. Jeder könne schnell selbst betroffen sein. Daher sei es wichtig, dass sich noch mehr Menschen mit dem Thema Organspende befassen, Informationsangebote wahrnehmen und darüber sprechen. Ein Organspendeausweis schaffe im Ernstfall Klarheit und Sicherheit – vor allem für die eigenen Angehörigen. /

Informationen

Ein breites Informationsangebot zur Organ- und Gewebespende finden Interessierte auf der BZgA-Website www.organspende-info.de.