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Sinusitis und Bronchitis

Häufig Hand in Hand

14.11.2016
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Von Elke Wolf, Hamburg / Ein grippaler Infekt betrifft meist nicht nur die oberen oder nur die unteren Atemwege. Beschwerden einer Rhinopharyngitis, -sinusitis und eines erkältungsbedingten Hustens schließen nicht selten aneinander an. Ein Arzneimittel, das die mukoziliäre Clearance in den gesamten Atemwegen antreibt, ist dann von Vorteil.

Bei Atemwegsinfekten kommt es häufig zu einem Etagenwechsel. So entsteht eine akute Tracheobronchitis, also eine Entzündung der Luftröhre und der Bronchien, definitionsgemäß nicht primär, sondern schließt an eine Rhinopharyngitis an. Untersuchungen zeigten, dass bei 30 Prozent der chronischen und bei 24 Prozent der akuten Rhinosinusitis-Patienten auch die unteren Atemwege in Mitleidenschaft gezogen werden, sagte Dr. Petra Sandow, Allgemeinmedizinerin aus Berlin, auf einer von der Firma Pohl-Boskamp ausgerichteten Presseveranstaltung.

Funktionelle Einheit

Den Grund für diese Vergesellschaftung erläuterte Professor Dr. Wolfgang Pedro, Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde aus Bad Reichenhall: »Die oberen und unteren Atemwege stellen eine anatomische und funktionelle Einheit dar, sie sind barrierefrei miteinander verbunden. Von Experten werden sie auch als United Airways bezeichnet.« So habe sowohl die Schleimhaut in den oberen als auch in den unteren Atemwegen die gleiche Struktur, mit der mukoziliären Clearance verfügten beide über den gleichen Selbstreinigungsmechanismus, und bei beiden zeige sich der gleiche Pathomechanismus, wenn die bronchiale Clearance durch virale Erreger an ihre Grenzen gerate.

Leitliniengemäß sind sowohl bei einer akuten Rhinosinusitis als auch bei ­erkältungsbedingtem Husten beziehungsweise einer Bronchitis pflanz­liche Sekretolytika Mittel der ersten Wahl. Ein Phytopharmakon, das sowohl die Zulassung für akute entzündliche Erkrankungen der Bronchien als auch der Nasennebenhöhlen hat, ist ein Mischdestillat aus rektifiziertem Eukalyptus-, Süßorangen-, Myrten- und ­Zitronenöl im Verhältnis 66:32:1:1 (Gelomyrtol® forte).

Klinische Studien bescheinigen dem Destillat eine signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo. Neuere In-­vitro-Studiendaten untermauern die klinischen Effekte: Danach zeigt das Spezialdestillat sekretolytische und -motorische Effekte, da es die mukoziliäre Clearance antreibt. »So dokumentiert eine pharmakokinetische Studie nach Einnahme von Gelomyrtol forte einen Anstieg der Sekretausscheidung«, sagte Dr. Henning Candler, medizinisch-wissenschaftliche Abteilung von Pohl-Boskamp. Per Hochgeschwindigkeits-Videomikroskopie sei zudem ­optisch belegt, dass das Mischdestillat die Zilienschlagfrequenz des respiratorischen Epithels konzentrationsab­hängig steigert.

»Daneben verbessert das Spezialdestillat auch die Fluidität des Mukus. Dazu aktiviert es den transepithelialen Chloridtransport. Chloridionen ziehen Wassermoleküle nach sich, was in der Konsequenz das Sekret verflüssigt«, erklärte Candler. Die verbesserte Fluidität der Sekretschicht und die erhöhte Zilienschlagfrequenz ließen in der Summe laut aktuellen In-vitro-Daten die mukoziliäre Clearance um 46 Prozent steigen, hieß es in Hamburg.

Leitliniengerecht

Die gute Studienlage spiegelt sich in den Empfehlungen aktueller Leitlinien wider. So sprechen sich sowohl nationale als auch die europäische Leitlinie (EPOS) bei akuten unkomplizierten Rhinosinusitiden für pflanzliche Sekretolytika aus. Und auch in den relevanten nationalen Bronchitis-Leitlinien ist das pflanzliche Spezialdestillat vertreten. /