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Wenig Schlaf macht dick und krank

14.11.2016
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Ursachen des metabolischen Syndroms sind Überernährung, Bewegungsmangel und – das ist weniger bekannt – auch Schlafmangel. »Jede Stunde weniger Schlaf pro Tag ist in epidemiologischen Studien mit einer Zunahme von Übergewicht, Typ-2-Diabetes, erhöhten Cholesterolwerten und Bluthochdruck verbunden«, sagt Professor Dr. Sebastian M. Schmid von der Medizinischen Universitätsklinik I in Lübeck in einer Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE). Ein Zusammenhang zwischen chronischem Schlafmangel und einem erhöhten Sterberisiko gilt als belegt.

Schmid und andere Forscher haben im Schlaflabor die Zusammenhänge untersucht. Schlafentzug sowie eine Störung des normalen Tag-Nacht-Wechsels, etwa bei Schichtarbeit, führte nach wenigen Tagen zu einer Insulinresistenz. Außerdem verschob sich das Gleichgewicht von Hunger regulierenden Hormonen: Der Appetit der Probanden nahm zu. Im limbischen System des Gehirns kam es zu einer Aktivitätsänderung der Belohnungszentren. »Menschen mit Schlafmangel ­greifen gerne zu energiedichten Lebensmitteln wie Chips oder Schokoladenriegeln«, sagt der Experte.

Aber auch zu viel Schlaf ist ungesund: Mehr als neun Stunden Schlaf pro Tag waren in Studien ebenfalls mit Übergewicht und einem höheren Risiko für ­Diabetes assoziiert, besonders dann, wenn sich die Vielschläfer wenig bewegten. Man solle auf eine Balance von Aktivität und Ruhephasen sowie ausreichend Bewegung achten und übermäßigen Stress vermeiden, so der Rat der Experten. Das führe dann meist auch zu einer optimalen Schlafdauer von sieben bis acht Stunden.

Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Übergewicht- und Diabetes-Risiko scheine sehr wahrscheinlich, heißt es in der Pressemeldung. Jedoch handele es sich bei vielen Untersuchungen um epidemiologische Studien beziehungsweise Interventionsstudien über einen kurzen Zeitraum. Zukünftige Studien müssten daher gezielt untersuchen, ob eine verbesserte Schlaf­hygiene tatsächlich ein metabolisches Syndrom verhindern könne, fordern die Forscher. (va)