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Arzneipflanzenporträt

Birke

14.11.2017
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Hängebirke (Betula pendula) und Moorbirke (Betula pubescens)
Familie der Birkengewächse (Betulaceae)
Weitere Namen für Betula pendula: Rauhbirke, Sandbirke, Weißbirke, Warzenbirke Betula pubescencs: Behaarte Birke, Besenbirke

Merkmale

  • bis zu 25 m hoher Baum
  • charakteristische weiß-gelbliche Rinde, die sich in horizontalen Streifen papierdünn abschält oder sich im Laufe der Zeit in eine schwarze, härtere Borke verwandelt
  • weit überhängende Zweige
  • junge Zweige der Moorbirke sind behaart, die der Hänge­birke kahl und mit warzigen Harzdrüsen besetzt
  • bis 10 cm lange männliche Blütenstände (Kätzchen), bis 4 cm lange, zur Blütezeit aufrecht stehende weibliche Blütenstände
  • Blütezeit April bis Mai
  • rhombische, lang zugespitzte Blätter mit doppelt gezahntem Blattrand

Heimat

Nord- und Mitteleuropa bis Sibirien

Moorbirke: wächst in feuchten Wäldern, Sümpfen oder Mooren, Hängebirke: trockenere Böden

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • Getrocknete Blätter (Betulae folium)
  • vom Kork befreite Rinde (Betulae cortex; keine amtliche Qualitätsbeschreibung vorhanden)

Inhaltsstoffe

Birkenblätter: Flavonoide, Triterpensaponine, Proanthocyanidine, geringe Mengen ätherisches Öl, Vitamin C Birkenrinde: Betulin (Triterpen)

Medizinische Anwendung

  • Birkenblätter zur Durchspülung der Harnwege, insbesondere bei Harnwegsentzündungen und Nierengrieß; außerdem unter­stützend bei bakteriellen Harnwegsinfektionen und bei rheumatischen Beschwerden
  • Birkenrinde bei oberflächlichen Hautwunden und Verbrennungswunden der Haut bei Erwachsenen

Empfohlene Dosierung

Teeaufguss: mehrmals täglich eine Tasse trinken Tageshöchstdosis: 12 g Droge

Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage

Nebenwirkungen,

Selten leichte Magen-Darm-Beschwerden

Wechselwirkungen

Nicht bekannt

Zubereitung

2 bis 3 g fein geschnittene Birkenblätter werden mit 150 ml kochendem Wasser übergossen und nach 10 bis 15 Minuten abgeseiht.

Abgabehinweis

  • Birkenpollenallergiker sollten Birkenblätter nicht anwenden.
  • Bei einer Durchspülungstherapie muss reichlich Flüssigkeit getrunken werden.
  • Bei fieberhaften Harnwegsinfekten und akuter Prostataentzündung sowie bei Wasser­ansammlungen als Folge einer eingeschränkten Nieren- oder Herztätigkeit dürfen Birkenblätter nicht angewendet werden.

Präparate:

  • Biofax® classic
  • Bad Heilbrunner Harn Tee
  • Harntee 400 TAD®
  • Harntee-Steiner®
  • Urogard® Harntee
  • Heumann Blasen- und Nierentee Solubitrat® uro
  • Sidroga® Blasen-Nieren-Spültee
  • Episalvan® Gel mit Birkenrindenextrakt hat 2016 die Zulassung für die EU zur Behandlung von oberflächlichen Wunden erhalten.