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OTC-Beratungscheck

Diclofenac

14.11.2017
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Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal: Diclofenac.

Arzneistoffgruppe

Nicht steroidale Antirheumatika

Präparate

Beispiele innerlich: Diclac® Dolo 25 mg, Voltaren® Dolo Liquid 25 mg (Weichkapseln) / Dolo 25 mg (Tabletten)

Beispiele äußerlich: Arthrex® Schmerzgel, Voltaren® Schmerzgel /Schmerzgel forte/ Wirkstoff-Pflaster, Flector® Schmerzpflaster

Indikation

Symptomatische Behandlung von leichten bis mäßig starken Schmerzen und Fieber

Äußerliche Behandlung von Schmerzen, Entzündungen und Schwellungen bei akuten Muskelschmerzen, Arthrose der Knie- und Fingergelenke, Sport- und Unfallverletzungen (Zerrungen, Verstauchungen, Prellungen)

Dosierung/Anwendung

  • Initial 25 mg, danach im Abstand von 4 bis 6 h ggf. erneut 25 mg. Höchstmenge 75 mg (3 Tbl.) pro Tag. Tablette 1 bis 2 h vor dem Essen unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit schlucken.
  • Ohne Rücksprache mit dem Arzt nicht länger als 4 Tage einnehmen, bei Fieber 3 Tage.
  • Schmerzgele dünn auftragen und leicht einreiben. Dosierung: siehe Packungsbeilage. Bevor die behandelte Stelle mit Kleidung oder einem Verband bedeckt wird, Gel einige Minuten auf der Haut trocknen lassen. Nicht auf offene Verletzungen, entzündete oder infizierte Haut auftragen, nicht auf Ekzeme und Schleimhäute.

Kontraindikationen/Warnhinweise

Nicht bei

  • früheren Reaktionen von Bronchospasmus, Asthma, Rhinitis oder Urtikaria nach der Einnahme von ASS oder anderen NSAR
  • ungeklärten Blutbildungs- und Blutgerinnungsstörungen
  • gastrointestinalen Blutungen
  • bestehenden oder in der Ver­gangenheit wiederholt aufgetretenen peptischen Ulzera oder Hämorrhagien
  • zerebrovaskulären oder anderen aktiven Blutungen
  • schweren Leber- oder Nieren­funktionsstörungen
  • Herzinsuffizienz (NYHA II-IV), ischämischer Herzkrankheit, peripherer arterieller Verschlusskrankheit und/oder zerebro­vaskulärer Erkrankung
  • Tabletten, Pflaster: nicht < 16 Jahre, Schmerzgel: nicht < 14 Jahre.

Nebenwirkungen

  • Am häufigsten gastrointestinale NW: peptische Ulzera, Perforationen oder Blutungen, insbesondere bei älteren Patienten; Übelkeit, Erbrechen, Diarrhö, Blähungen, Verstopfung, Verdauungsbeschwerden, abdominale Schmerzen, Teerstuhl, Verschlechterung von Colitis und Morbus Crohn
  • Überempfindlichkeitsreak­tionen wie Hautausschlag, Jucken, Exanthem; Reizbarkeit, Kopfschmerzen, Erregung, Müdigkeit, Schwindel, Benommenheit
  • Beim Schmerzgel häufig Hautausschlag, Ekzem, Erythem, Dermatitis, Pruritus

Wechselwirkungen

  • Andere NSAR, Glucocorticoide: erhöhtes Risiko von Magen-Darm-NW
  • Antikoagulanzien, Thrombozytenaggregationshemmer, SSRI: verstärkte Wirkung, erhöhtes Blutungsrisiko
  • CYP2C9-Inhibitoren (z. B. Voricon­azol): Abbau von Diclofenac gehemmt
  • Lithium, Digoxin, Phenytoin: erhöhte Plasmaspiegel
  • Diuretika, ACE-Hemmer, AT2-Anta­gonisten: abgeschwächte Wirkung
  • Ciclosporin: erhöhte Nephrotoxizität von Ciclosporin
  • Kaliumsparende Diuretika, Ciclosporin, Tacrolimus, Trimethoprim: Hyperkaliämie möglich
  • Chinolon-Antibiotika: Vereinzelte Berichte über Krämpfe
  • Methotrexat: Toxizität erhöht
  • Probenecid: Verzögerte Aus­scheidung von Diclofenac
  • Bei Schmerzgelen bisher keine Neben­wirkungen bekannt, systemische Aufnahme durch topische Anwendung gering.

Schwangerschaft/Stillzeit

Diclofenac kann in den ersten zwei Dritteln der Schwangerschaft ver­wendet werden. Ab der 28. Woche müssen NSAR gemieden werden. Die Anwendung kann zum vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus Botalli beim Fetus führen.

Nebenwirkungen wurden bei gestillten Kindern bisher nicht beobachtet. NSAR der Wahl in der Stillzeit ist aber Ibuprofen. Bei gelegentlicher Einnahme oder kurzfristiger Therapie ist aber auch Diclofenac akzeptabel.

Hinweis: Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittelinformationen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de.