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Du bist, was du isst

14.11.2017
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Wer seinen ersten Gichtanfall erlebt, dem wird diese bekannte Aussage des Philosophen Ludwig Feuerbach (1804–1872) wahrscheinlich nur allzu schmerzhaft bewusst. Die entzündlichen ­Attacken sind Symptom einer klassischen Wohlstandserkrankung, die in den meisten Fällen auf Übergewicht beziehungsweise eine üppige Ernährung mit viel Fleisch und Alkohol zurückgeführt werden kann (lesen Sie dazu Gicht: Zu viel des Guten).

Kaum eine andere Erkrankung ist so maßgeblich und direkt über die Ernährung beeinflussbar wie die Gicht. Eine Ernährungsumstellung auf purinarme Kost – das bedeutet Einschränkungen bei Fleisch, Fisch, Fettem, Süßem und Alkohol – kann die Wahrscheinlichkeit für weitere schmerzhafte Anfälle senken. Doch die Crux ist: Theoretisch ist eine solche Ernährungsumstellung einfach vorstellbar, praktisch fällt sie den meisten Patienten aber enorm schwer. PTA und Apotheker sollten Gichtpatienten in der Apotheke daher auch mit Tipps zur gesunden Lebensmittelauswahl zur Seite stehen. Wer es schafft, gesünder und bewusster zu essen, kann die Dosis seiner Medikamente in Absprache mit dem Arzt reduzieren oder sie sogar ganz absetzen.

Eine ungesunde Ernährung und Übergewicht können nicht nur dem eigenen Körper schaden. Untersuchungen haben gezeigt, dass bei Frauen, die zu Beginn ihrer Schwangerschaft adipös sind, ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko besteht, dass ihre Kinder ­später ebenfalls zu dick sind (Seite 58). Ähnlich negativ wirkt sich eine überproportional hohe Gewichtszunahme ­während der Schwangerschaft aus; die Kinder werden quasi auf Übergewicht programmiert. Bewusst und achtsam zu ­essen lohnt sich also – in jeder Lebenslage.

Verena Arzbach
Apothekerin