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Genuss trotz Gicht

14.11.2017
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Von Verena Arzbach / Gicht-Patienten bekommen ihre Erkrankung oft mit einer purinarmen Ernährung in den Griff. Doch wer jahrelang gerne viel Fleisch und Wurst verzehrt hat, dem fällt die Umstellung oft schwer. PTA und Apotheker können unterstützend Ratgeber empfehlen, um gezielt Verhaltensweisen zu ändern.

Ob eine Ernährungsampel, die den Anteil von Zucker, Salz und Fett auf allen Lebensmitteln ausweist, sinnvoll ist, darüber streiten Experten seit geraumer Zeit. Patienten mit Stoffwechselerkrankungen könnte eine solche Ampel aber sicher das Leben erleichtern.

Gicht-Patienten brauchen neben den Standard-Angaben zusätzliche Informationen zum Purin-Gehalt. Die liefert Ernährungsmediziner Sven-David Müller, der bereits zahlreiche Fachbücher verfasst hat, mit der Gicht-Ampel im handlichen Format. Diese zeigt auf einen Blick, welche Lebensmittel selten (rot), regelmäßig (gelb) und bevorzugt (grün) auf den Teller kommen sollten.

Aufgeführt sind mehr als 2600 Lebensmittel in üblichen Portionsgrößen, mit Kalorienmenge, Puringehalt und Harnsäureäquivalenten, alphabetisch sortiert von Aal bis Zwiebelwurst.

Anders als der Titel vermuten lässt, stellt das Buch nicht nur eine Gicht-freundliche Ernährung vor. Es ist vielmehr auch ein medizinischer Ratgeber, der zunächst die Grundlagen der Erkrankung sowie Zusammenhänge und Vorgänge im Körperpatientenfreundlich darstellt. Dabei geht die Autorin, Apothekerin Vera Herbst, genauer auf den akuten Gichtanfall ein und stellt dabei die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten vor; ebenso wird die Behandlung der chronischen Gicht erklärt.
Der Leser wird merken, dass die Autorin Apothekerin ist, denn sie stellt die verschiedenen Wirkstoffe vor und gibt Tipps, die Patienten helfen sollen, ihre Medikamente regelmäßig einzunehmen. Zwar sollten sich Patienten, die ein Arzneimittel gegen Gicht einnehmen, etwa in der Apotheke genauer über ihr Medikament informieren. Für den ersten Überblick ist dieses Kapitel aber wahrscheinlich ganz hilfreich.

Es folgen allgemeine Ernährungshinweise, Tipps zur Gewichtsreduktion und zur Nahrungsmittelauswahl. Schön sind dabei die übersichtlichen Tabellen, die den Puringehalt verschiedener Lebensmittel in unterschiedlichen Kategorien gegenüberstellen sowie die Vorschläge für Speisepläne.

Der abschließende Rezeptteil schließlich enthält rund 80 Rezepte von der aus den
Medien bekannten Ernährungswissenschaftlerin Dagmar von Cramm. Sie ist unteranderem ehrenamtliches Mitglied im Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Ernährung und Autorin zahlreicher Kochbücher. Die Auswahl der Rezepte ist ihr gut gelungen: Sie sind alltagstauglich und leicht nachzukochen. Patienten finden hier sicher einige purinarme Alternativen zu früheren Lieblingsgerichten.