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Opioid-Abhängigkeit

Kein Notstand in Deutschland

14.11.2017
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In den USA hat Präsident Donald Trump vor wenigen Wochen aufgrund einer drastischen Zunah­me von Opioid-Abhängigen und Drogen­toten den Gesund­heitsnotstand erklärt. Für Deutschland gibt die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) Entwarnung: Hier verhinderten gesetz­liche Regeln und Leitlinien zum Opioid-Einsatz in den meisten Fällen eine Abhängigkeit.

In den USA starben nach Daten der New York Times im vergangenen Jahr etwa 65 000 Bürger an einer Drogenüberdosis. »In Deutschland ist der Einsatz von Opioiden aber weitestgehend unproblematisch«, sagte Dr. Oliver Emrich, Vizepräsident der DGS, laut einer Pressemitteilung der Gesellschaft.

»Wir haben hierzulande bessere und stringentere Be­handlungs­regeln sowie gesetzliche Re­ge­­l­ungen, um eine so fatale Entwicklung zu ver­hin­dern.« Lediglich bei etwa 1 bis 3 Prozent der mit Opioi­den behandelten Schmerzpatienten komme es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu Symptomen einer Ab­hängigkeit.

In den USA würden Opioid-Verschreibungen dagegen bislang kaum kontrolliert. Dort verschrieben Ärzte Opioide, ohne Wirkung und unerwünschte Wirkungen zu prüfen. Die 2016 publizierten Leitlinien des Centers for Disease Control and Prevention (CDC) mahnten zwar enge Kontrollen einer Schmerzbehandlung mit Opioiden an. Diese fänden aber wenig Beach­tung unter den Ärzten, teilt die DGS mit.

Opioide haben ein großes Abhängigkeits­potenzial, vor allem, wenn sie gespritzt oder unretardiert eingenommen werden. Fach­gesellschaften in Deutschland empfehlen daher­, Opioide streng indikationsbezogen, retardiert, niedrig dosiert, zeitlich begrenzt und kontrolliert einzusetzen. (va)