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Herpes-zoster-Impfstoffe im Vergleich

13.11.2018
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Der Totimpfstoff Shingrix® schützt ältere Menschen signifikant besser vor einer Herpes-zoster-Infektion und damit einer Gürtelrose als der Lebendimpfsoff Zostavax®. Allerdings ist er mit mehr Nebenwirkungen behaftet. Zu diesem Ergebnis kommen kanadische Forscher in einer Metaanalyse im Fachjournal »British Medical Journal«.

Das Team um Dr. Andrea C. Tricco vom St. Michael’s Hospital in Toronto wertete unter anderem 27 klinische Studien mit mehr als 2 Millionen Patienten aus. Demnach war der neue Impfstoff zu 85 Prozent effektiver als Zostavax. Einen direkten Vergleich zwischen den beiden Impfstoffen gibt es allerdings nicht. Die Impfung mit Shingrix war mit einer etwa 30 Prozent höheren Rate an Nebenwirkungen assoziiert, hauptsächlich Lokalreaktionen an der Einstichstelle. Hinsichtlich schwerer Nebenwirkungen oder Tod gab es keine signifikanten Unterschiede.

Shingrix ist seit Mai 2018 auf dem Markt und ein sogenannter Subunit-Impfstoff. Die Immunreaktion wird in diesem Fall durch ein rekombinantes Oberflächenantigen des Varizella-zoster-Virus hervorgerufen, Glykoprotein E. Zur Verstärkung der Immunantwort ist zudem das Adjuvans AS01B enthalten. Zostavax ist ein attenuierter Lebendimpfstoff und seit 2013 verfügbar.

Beide Impfstoffe werden zur Prävention von Herpes zoster und Post-zoster-Neuralgie bei Erwachsenen ab 50 Jahren eingesetzt. Die STIKO empfiehlt bislang keine der beiden Vakzinen bevorzugt. (PZ)