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OTC-Beratungscheck

Orlistat

13.11.2018
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Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. Dieses Mal: das Abnehmmittel Orlistat.

Arzneistoffgruppe

Antiadiposita

Präparate

Orlistat Hexal® 60 mg, Orlistat Ratiopharm® 60 mg (Formulierungen mit 120 mg sind verschreibungs­pflichtig)

Indikation

Gewichtsreduktion bei Erwachsenen mit Übergewicht (BMI ab 28 kg/m2) in Verbindung mit einer leicht hypokalorischen, fettreduzierten Ernährung

Dosierung/Anwendung

  • 3 x täglich 60 mg
  • Eine Kapsel sollte direkt vor, während­ oder bis zu eine Stunde nach jeder Hauptmahlzeit mit Wasser ein­genommen werden. Falls eine Mahlzeit ausgelassen wird oder kein Fett enthält, sollte auch keine Kapsel eingenommen werden.
  • Behandlungsdauer nicht länger als sechs Monate
  • Es wird empfohlen, bereits vor der Einnahme mit Diät und Bewegungsprogramm zu beginnen.
  • Ernährung während der Behandlung: Kalorienanteil sollte zu circa 30 Prozent aus Fett bestehen. Die tägliche Menge an Fett, Kohlenhydraten und Proteinen sollte auf drei Hauptmahlzeiten verteilt werden.
  • Bei fettreicher Mahlzeit oder fettreicher Ernährung: erhöhtes Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen
  • Die Therapie kann die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E und K) beeinträchtigen. Vor dem Schlafengehen sollte ein Multivitamin­präparat eingenommen werden.

Kontraindikationen/Warnhinweise

Nicht bei chronischem Malabsorp­tionssyndrom, Cholestase, in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Nebenwirkungen

Sehr selten: Überempfindlichkeits­reaktionen wie Hautverän­derungen oder Nesselfieber

Wechselwirkungen

  • Ciclosporin: Absinken der Plasmaspiegel von Ciclosporin, verringerte immunsuppressive Wirkung, kontraindiziert
  • Orale Antikoagulanzien/ Vitamin-K-Antagonisten: Beeinflussung von INR möglich, daher kontraindiziert
  • Orale Kontrazeptiva: möglichst zusätzliche Verhütungs­methoden nutzen, da Kontrazeptiva bei Durchfällen versagen können
  • Levothyroxin: Hypothyroidismus und/oder verminderte Kontrolle des Hypothyroidismus möglich
  • Antiepileptika: verringerte Resorption der Antiepileptika und damit Krämpfe möglich
  • Amiodaron, antiretrovirale Wirk­stoffe: geringfügige Abnahme der Plasmakon­­- zentration möglich
  • Antidepressiva, Antipsychotika, Benzo­diazepine: einzelne Fall­­berichte zu verringerter Wirksamkeit, sorg­fältige Nutzen-Risiko-Abwägung

Schwangerschaft/Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit kon­traindiziert

Hinweis: Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittelinformationen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de.