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Eigendiagnosen hinterfragen

23.11.2015
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Würde jeder wegen leichter Befindlichkeitsstörungen gleich den Arzt aufsuchen, wären die Arztpraxen hoffnungslos überfüllt – vor allem während der typischen Erkältungsmonate. Die entgegengesetzte Einstellung, Beschwerden nicht ernst zu nehmen, ist jedoch genauso falsch. Vor allem Männer handeln oft nach dem Motto: »Was von alleine gekommen ist, geht auch von alleine wieder weg!« Doch damit tun sie sich keinen Gefallen, denn auch bei vielen scheinbar harmlosen Symptomen empfiehlt sich nach einiger Zeit ein Arztbesuch. Das gilt zum Beispiel für hartnäckigen Husten. Manche haben sich an den ständigen Hustenreiz schon so gewöhnt, dass er ihnen selbst gar nicht mehr auffällt. Doch führt permanenter Hustenreiz dazu, dass sich die oberen Atemwege entzünden und im Extremfall sogar die Lunge.

Fragt ein Patient Sie wegen seines Hustens in der Apotheke um Rat, sollten Sie ihm natürlich keine Angst machen oder ihn verun­sichern. Doch Sie müssen überprüfen, ob Sie es im individuellen Fall verantworten können, ein Medikament zur Selbstmedikation zu empfehlen. Zur Beurteilung der Situation helfen Fragen nach Dauer und Schweregrad der Erkrankung. Weitere wichtige Informationen für Ihr Beratungsgespräch lesen Sie im Titelbeitrag Husten: Abwarten ist die falsche Strategie.

Auch bei Kopfschmerzen gilt es immer, durch Nachfragen Genau­eres über die Beschwerden herauszufinden. Sind sie möglicher­weise erkältungsbedingt oder handelt es sich um eine andere Kopfschmerzart? Im Beitrag Neue Leitlinie: Aktuelle Empfehlungen bei Spannungskopfschmerzen finden Sie einen Schnelltest, damit Sie die Kopfschmerzart mit nur wenigen Fragen richtig zuordnen können. Informieren Sie sich in diesem Beitrag auch über die neue Praxis-Leitlinie zur Behandlung von Spannungskopfschmerzen.

Ich wünsche Ihnen viel Freude und viele neue Erkenntnisse bei der Lektüre

Annette van Gessel
Apothekerin für theoretische und praktische Ausbildung