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Mehr Schlaganfälle nach Temperatursturz

23.11.2015
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Von Annette van Gessel / Wie Wetterän­derungen das Auftreten eines akuten Schlaganfalls beeinflussen, untersuchten Experten des Universitätsklinikums Jena (UKJ). Hierzu prüften die Wissenschaftler Daten von 1694 Patienten und identifizierten dabei drei entscheidende Einflussfaktoren auf das Schlaganfallrisiko: rasche Veränderungen der Temperatur, schnelle Wechsel der Luftfeuchtigkeit sowie des Luftdrucks.

Besonders nach plötzlichen Temperaturstürzen stieg die Wahrscheinlichkeit, einen Schlag­anfall zu erleiden, deutlich an und blieb weitere zwei Tage erhöht. Als konkretes Ergebnis nannten die Jenaer Wissenschaftler: Bei einem Abfall der Temperatur um je etwa 3 °C erhöht sich das Schlaganfallrisiko um 11 Prozent. 

»Bei Risikopatienten kann sich die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls bei Wetterwechsel teilweise vervierfachen. Patienten mit Diabetes oder Arterien­verkalkungen reagieren besonders sen­sibel«, so Dr. Florian Rakers, Klinik für Neurologie am UKJ. Niedrige Außentemperaturen führen dazu, dass sich die Blutgefäße zusammenziehen, um den Körper vor dem Auskühlen zu schützen. Im Herzen bereits entstan­dene Blutgerinnsel können durch die verengten Blutgefäße nicht mehr ins Gehirn gelangen, sondern verschließen diese, so die Experten.

Aufgrund dieser Erkenntnisse raten sie daher Patienten mit einem erhöhten kardiovaskulären Risiko, auf die Warn­zeichen eines Schlaganfalls wie einseitiges Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen, Verständnis­störungen, Schwindel oder schlagartige Kopfschmerzen zu achten. »Leiden sie nach starken Temperaturstürzen unter derartigen Symptomen, können sie einen Schlaganfall frühzeitig erkennen und bei Bedarf sofort einen Notarzt verständigen«, so Professor Matthias Schwab, leitender Oberarzt an der Klinik für Neurologie am UKJ. /

Quelle: European Journal of Epidemiology