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Steroid hilft bei grauem Star

23.11.2015
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Von Annette van Gessel / Weltweit leidet etwa jeder zweite Über-70-Jährige an dem sogenannten grauen Star oder Katarakt. Gegen die Eintrübung der Linse setzen Ärzte bislang Laser oder Skalpell ein und ersetzen die Linse durch eine künstliche.

Diese Operation könnte den Patienten in Zukunft erspart werden, denn Wissenschaftler um Leah Makley von der University of Michigan entdeckten nun einen Wirkstoff, mit dem der graue Star mit Augentropfen behandelt werden könnte. Bekannt ist, dass sich das Sehvermögen bei grauem Star verschlechtert, weil sich kristalline Proteine in der Linse aneinanderlagern.

Bei Menschen mit erblich bedingtem Katarakt falten sich bestimmte Schutz­proteine nicht korrekt. Infolge verklumpen andere Linsenproteine und die Linse wird intransparent. Makley und Kollegen testeten nun, wie sich 2450 Substanzen auf die Schutzproteine auswirken. Dabei entdeckten sie eine Substanz, die auf die Linse getropft in Laborversuchen mit Mäusen und auch bei Menschen entnommenen Linsen innerhalb von zwei Wochen verklumpte Proteine in den getrübten Linsen auflöst und die Trübung reduziert. Diese Effekte erzielte das Steroid sowohl bei erblich als auch bei alters­bedingtem Katarakt.

Die Ergebnisse der US-amerika­nischen Wissenschaftler kommentiert der Humanbiologe Sascha Behr, der EU-weit klinische Studien betreut: »Mit Blick auf die Therapie beim Menschen wurde hier ein wichtiger Grundstein gelegt. Bis zur Anwendung kann es jedoch noch einige Jahre dauern. Nun sollte untersucht werden, wie verschiedene Dosierungen wirken, zudem müssen mögliche Nebenwirkungen und Langzeitfolgen des Präparats evaluiert werden.« /

Quelle: www.spektrum.de