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OTC-Beratungscheck

Nystatin

24.11.2017
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Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem aus­gewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal: Nystatin zur Anwendung in der Mundhöhle.

Arzneistoffgruppe

Antiinfektivum/Antimykotikum

Präparate

Beispiele: Adiclair® Suspension, Biofanal® Suspensionsgel, Candio-Hermal® Fertigsuspension/Mundgel, Lederlind® Mundgel, Moronal® Suspension, Mykundex® Suspension und viele andere

Indikation

Lokale Behandlung des Mundsoors und Verminderung des Hefe­reservoirs des Darmes (»Darmsanierung«) bei Hefebefall

Dosierung/Anwendung

Die Therapie ist mindestens zwei Tage nach Abklingen der Symptome fort­zuführen.

Suspension (1 ml entspricht in der Regel 100 000 I.E.):

bei Mundsoor nach den Mahlzeiten anwenden, Säuglinge und Kleinkinder (< 2 Jahre): viermal täglich jeweils 50 000 bis 100 000 I.E.;

Kinder und Erwachsene: je nach Schweregrad der Erkrankung viermal täglich 50 000 bis 150 000 I.E.

Mundgel (1g entspricht in der Regel 100 000 I.E.):

drei- bis sechsmal täglich, in schweren Fällen alle 2 Stunden, jeweils 1 g Mundgel einnehmen;

Säuglinge: jeweils vor und nach der Mahlzeit 1/2 bis 1 g in die Mundhöhle geben, einige Minuten im Mund belassen

Kontraindikationen/Warnhinweise

  • Soorbeläge vor der Anwendung abtupfen.
  • Der häufige und dauernde Gebrauch von Nystatin kann schädlich für die Zähne sein.
  • Bei systemischen Mykosen ist die orale Zubereitung von Nystatin nicht geeignet.

Nebenwirkungen

Nystatin ist bei oraler Anwendung im Allgemeinen gut verträglich.

Häufige gastrointestinale Neben­wirkungen: Übelkeit, Erbrechen und Durchfall;

gelegentlich: Exantheme, einschließlich Urtikaria

Wechselwirkungen

Bisher sind keine Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder sonstige Wechselwirkungen bekannt.

Schwangerschaft/Stillzeit

Nystatin wird aufgrund seiner Mole­kül­größe in therapeutischer Dosierung bei oraler Gabe über die Schleimhäute kaum resorbiert. Nystatin passiert die Plazentaschranke nicht, ein Übertritt in die Muttermilch ist ebenfalls nicht zu erwarten.

Nystatin gehört zu den Mitteln der Wahl bei einer Pilzinfektion in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Hinweis: Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittelinformationen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de.