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Fluorchinolone

Absetzen bei Nebenwirkungen

27.11.2018
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Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP), ein Gremium aus Wissenschaftlern aller Länder des Europäischen Wirtschaftsraums (EEA), bestätigte, dass die Anwendung fluorchinolonhaltiger Antibiotika eingeschränkt werden soll.

Das CHMP hat damit den Empfehlungen des Ausschusses für Risikobewertung im Bereich der Pharmakovigilanz (PRAC) zugestimmt. Der Grund für die Entscheidung liegt in den durch Fluorchinolone möglichen schweren und langanhaltenden Nebenwirkungen im Bereich Muskeln, Gelenke und Nervensystem. In Fachinformationen für Ärzte und in Beipackzetteln für Patienten finden sich Informationen für diese die Lebensqualität beeinträchtigenden und möglicherweise dauerhaften Nebenwirkungen, informiert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Zu den Fluorchinolonen zählen die Wirkstoffe Ciprofloxacin, Levofloxacin, Moxifloxacin, Norfloxacin und Ofloxacin.

Patienten wird geraten, die Behandlung mit Fluorchinolonen bei ersten Anzeichen von Nebenwirkungen, die die Muskeln, Sehnen oder Gelenke betreffen, zu beenden. Die Antibiotika sollen nicht angewendet werden, um Infektionen zu behandeln, die auch ohne Behandlung abklingen würden, zum Beispiel Halsentzündungen. Sie sollen ebenfalls nicht zum Einsatz kommen zur Behandlung von nicht-bakteriell verursachten Infektionen, zur Vorbeugung der Reisediarrhoe oder rezidivierender Infektionen der unteren Harnwege und auch nicht, um leichte bis mittelschwere Infektionen zu behandeln. In letzterem Fall dürfen sie nur dann eingesetzt werden, wenn andere Antibiotika, die üblicherwesie zur Behandlung dieser Infektionen empfohlen werden, nicht angewendet werden können, schreibt das BfArM. Patienten, bei denen unter Fluorchinolonen bereits einmal schwere Nebenwirkungen aufgetreten sind, dürfen die Medikamente nicht mehr erhalten. Besondere Vorsicht gilt für Patienten, mit einer Organtransplantation und solchen, die Glucocorticoide einnehmen. Das CHMP-Gutachten geht nun an die Europäische Kommission, die einen für alle Mitgliedsländer rechtlich verbindlichen Entschluss fassen wird. (BfArM/iw)

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